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Ein 20-Jähriger Marler steht in Essen vor Gericht.

Prozesseröffnung in Essen

Mordversuch und Brandstiftung: Gericht klagt 20-jährigen Marler an

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Aus Wut und Rache setzte ein junger Marler eine Wohnungstür in Flammen. Jetzt steht er vor Gericht.

Es dauerte nur Sekunden, bis die Wohnungstür in Flammen stand. Der Täter – ein junger Mann aus Drewer – hatte Brennpaste benutzt. Seit Freitag steht er vor Gericht. Die Anklage: Mordversuch und Brandstiftung. Es war der 7. Mai 2019, als der 20-Jährige das Feuer gelegt hat. Der Hintergrund: Wut und Rache. „Ich wollte nicht immer der Kleine sein“, hatte er später bei der Polizei zu Protokoll gegeben. Brennpaste eigentlich zum Kochen benutzt Dass niemand verletzt wurde, war Glück. Das Feuer war gerade noch rechtzeitig entdeckt worden.

Marler Angeklagter kam nicht zurecht

Der Angeklagte wohnte damals in einem Mehrfamilienhaus an der Gendorfer Straße. Zurecht kam er allerdings nicht. Der Strom war bereits abgestellt, weil die Rechnungen nicht bezahlt worden sind. Deshalb hatte er auch die Brennpaste im Haus. Falls er sich doch mal etwas kochen wollte. Kontakt hatte er eigentlich nur noch zu einem Mieter, der direkt unter ihm wohnte.

In Marl in den Tag hineingelebt

„Ich habe nur in den Tag hineingelebt“, sagte er den Richtern am Essener Landgericht am Freitag. „Ich habe mich um nichts mehr gekümmert. Nachts war es kalt.“ Am Tattag war er wie immer spät aufgestanden, dann zu seinem Nachbarn gegangen. Gemeinsam mit drei weiteren Bekannten wurde Alkohol getrunken (Bier und Sangria) und gezockt (Playstation). Stundenlang ging das so – bis es plötzlich Streit gab.

Streit um Toilettennutzung

Irgendwer hatte die Toilettenschüssel nicht getroffen – der Verdacht fiel auf den 20-Jährigen. Der fühlte sich jedoch komplett unschuldig und gab Widerworte. Er sei schließlich gar nicht der letzte gewesen, der die Toilette benutzt habe. Das habe jedoch niemand hören wollen. Alle vier, die noch mit in der Wohnung waren, hätten sich gegen ihn gestellt. „Und dann wurde ich rausgeworfen“, sagte er den Richtern.

Vorfall in Marl nahm wendete sich schnell

Danach ging dann alles ganz schnell. Der 20-Jährige ging zurück in seine eigene Wohnung, holte die Brennpaste, schmierte die Tür seines Nachbarn ein und griff zum Feuerzeug. „Ich wollte die anderen einschüchtern und mich dafür rächen, dass ich rausgeworfen worden bin.“ Wahrscheinlich sei das so eine Art „Reflex“ gewesen.

Marler wollte niemand töten

Töten habe er aber natürlich niemanden gewollt. Auch nicht verletzen. Und schon gar nicht schwer. „Ich bin ja auch kein Mensch, der draußen auf der Straße einfach Leute schlägt.“ Brand mit Wasser aus Badezimmer gelöscht Glück für die Eingeschlossenen, aber auch für die anderen Bewohner, inklusive des Angeklagten: Der Brand war sofort bemerkt und mit Wasser aus dem Badezimmer gelöscht worden. Laut Anklage hatten das Türblatt und der Rahmen aber schon in Flammen gestanden. Der Angeklagte war noch am selben Abend festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Der Prozess wird fortgesetzt.

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