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In einer Bäckerei werden die nicht mitgenommenen Bons in einem Glas gesammelt.

Beschwerden und Müll

So denken die Marler Händler über die Bonpflicht

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Zu jedem Brötchen gibt es nun einen Bon obendrauf. Die Kunden seien unzufrieden, sagen die Geschäftsleute. Der Staat will mehr Einnahmen erzielen.

Kunden seien verärgert. Der Grund? Die Bonpflicht, die seit dem 1. Januar 2020 landesweit gilt. Nun muss für jede verkaufte Dose, jede Flasche, jede Süßigkeit ein Bon erstellt und ausgehändigt werden. "Schwachsinnig“, so laute die Reaktion der Kunden, sagt Andreas Burgsmüller, Mitarbeiter im Getränkemarkt Zutz. Die Einzelhändler in Marl sind genervt. „90 Prozent der Kunden wollen den Bon überhaupt nicht“, sagt Burgsmüller. Und seit der Bonpflicht nehmen auch nicht mehr Kunden den Bon mit, so der Getränkemarkt-Mitarbeiter weiter. 

Kassenbonpflicht für jedes einzelne Brötchen | cityInfo.TV

Kassenbonpflicht für jedes einzelne Brötchen | cityInfo.TV

Ein weiteres Problem, auf das die Kunden ihn aufmerksam machen würden: Es wird mehr Müll produziert. Der Geschäftsführer des Getränkemarkts und des gegenüberliegenden Supermarkts, Marcel Zutz, habe schon eine Extraladung Bonrollen bestellt, sagt er. „Dabei können die Kassen bei uns sowieso nicht manipuliert werden.“ 

Das Kassengesetz wurde 2016 verabschiedet 

Die „Belegausgabepflicht“, wie die Bonpflicht offiziell heißt, ist Teil des „Kassengesetzes“, das im Dezember 2016 verabschiedet wurde. „So sollen Manipulationen an den digitalen Daten verhindert werden. Auch die nachträglichen Manipulationen dieser Daten sollen künftig vermieden werden“, heißt es auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

Marler Händler sind genervt

Im Alltag nervt es die Händler. Im „Marler Kiosk“ an der Kampstraße ist der Unmut groß. „Bitte nicht“, so laute die Reaktionen von Kunden auf die Ausgabe von Bons, sagt Sina Schilb, Mitarbeiterin im Kiosk. „Sie nehmen die Bons auch nicht an. Ein Bon für einen Euro – was soll das?“, fragt sie. Für den Kampf gegen Manipulation sei diese Bonpflicht keine Hilfe, so die Einschätzung von Sina Schilb. Es entstehe vor allem mehr Müll, meint auch sie. In die gleiche Kerbe schlagen Melanie Gildehaus und Andrea Gassen, Mitarbeiterinnen im Imbiss „Pfefferstübchen“. „Alle reden von Umweltschutz und weniger Plastik, aber dann so was“, sagt Gildehaus. In dem Imbiss war die Bonpflicht jedoch noch kein großes Thema. „Bei uns gibt es größere Bestellungen von mehreren Leuten, da werden dann die Bons mitgenommen, um abzurechnen“, sagt sie. Reaktionen der Kunden auf die Bonpflicht habe es noch nicht gegeben. Ihre Kollegin Gassen habe jedoch beim Bäcker mitbekommen, wie es auch anders laufen kann. „Da haben sich die Leute beschwert“, sagt sie. Das sei zu viel klein-klein.

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