+
Frederic Müller (Vorsitzender der Jusos in Marl) und Lina Wenzel (stellvertretende Vorsitzende im SPD-Ortsverein Sinsen) wollen, dass Marl ein Kinder- und Jugendparlament bekommt.

Kinder- und Jugendparlament

„In Marl fehlen Treffpunkte für Jugendliche“

  • schließen

Nach dem Aus für die Gruppe „JiM“ soll das KiJuPa Kindern und Jugendlichen in Marl eine Stimme geben. Die Politik nimmt die Idee auf.

Seitdem Lina Wenzel, 16-jährige Juso-Politikerin aus Sinsen, den Vorschlag in Internetforen veröffentlichte, hat das Thema in Marl Fahrt aufgenommen. „An meiner Schule fänden das viele gut“, sagt die Schülerin des Gymnasiums im Loekamp. Auch von der Willy-Brandt-Gesamtschule habe sie positive Rückmeldungen bekommen.

Frederic Müller, heute 25 Jahre alt und Vorsitzender der Marler Jusos, war früher im Jugendforum aktiv, aus dem dann die Gruppe JiM (Jugend in Marl) entstand. Unter ihrer Federführung wurden Newcomerfestivals und die lange Nacht der Jugendzentren veranstaltet. Sie organisierte Protest- und Hilfsaktionen für Familien, die von Abschiebung bedroht waren, und baute mit Spendengeldern einen Parcours für die Skateranlage im Freizeitpark Brassert. Am Ende aber gab es nicht mehr genug Teilnehmer für JiM-Aktionen.

Anlaufstelle in Marl benötigt

Zur Gründung eines Kinder- und Jugendparlaments, sagt Frederic Müller: „Wir brauchen eine hauptamtliche Anlaufstelle in der Stadtverwaltung und ein eigenes Budget, damit Projekte von Kindern und Jugendlichen auch umgesetzt werden können.“ Die Gruppe JiM ist aus seiner Sicht am Ende auch aufgelöst worden, weil sie sich selbst verwalten musste. 10.000 Euro wären für ein Kinder- und Jugendparlament (kurz: KiJuPa) ein angemessener Betrag, so der Juso-Vertreter. 

Dringende Themen für das KiJuPa gäbe es genug, meinen die beiden Jungpolitiker. „In Marl fehlen Treffpunkte für Jugendliche“, kritisiert Lina Wenzel. „Im Sommer nutzen viele die Schulhöfe, aber im Winter, wenn es draußen kalt und dunkel ist, brauchen wir geschützte Räume.“ Außerdem hört sie Klagen von Schülern, die kein Schokoticket bekommen, weil sie zu nah an der Schule wohnen. „Viele bräuchten es aber zum Beispiel, um nachmittags Sport- oder Musikangebote wahrnehmen zu können.“

Jugendliche seien nicht repräsentiert in Marl

„Die Gruppe der 15- bis 18-Jährigen kommt in Marl nicht vor“, hat Frederic Müller festgestellt. „Für sie gibt es gerade noch das HoT Hülsberg und das war‘s.“ Das KiJuPa solle, so wie in anderen Städten auch von den Schülern in der Stadt gewählt werden, so der Vorschlag. 

Die Idee ist nicht neu. Daran erinnert Thorsten Leineweber (FDP). Im November 2003 beantragten Leineweber als Vertreter der Jungen Liberalen und Thomas Terhorst als Vorsitzender der Jungen Union (heute CDU-Stadtverbandsvorsitzender) die Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlaments in Marl. 

Vor 15 Jahren scheiterte die Idee in Marl 

Die Idee scheiterte damals am Widerstand der SPD, so Thorsten Leineweber. „Wir wurden dahingehend beschimpft, parteipolitische Interessen und eben nicht die Interessen von Jugendlichen zu vertreten.“ In Marl wurde im März 2004 das Forum „JiM“ (Jugend in Marl) gegründet, das im September dieses Jahres in einer Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses beerdigt wurde. 

Auch die Stelle der Kinder- und Jugendbeauftragten bei der Stadtverwaltung soll nach langer Zeit wieder neu besetzt werden, dazu fasste der Ausschuss bereits im September einen Grundsatzbeschluss. Heute steht das KiJuPa wieder auf der Tagesordnung im Kinder- und Jugendhilfeausschuss. Sowohl die SPD als auch die CDU zusammen mit BUM/FDP haben Anträge eingereicht, die die Gründung vorantreiben sollen.

Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss tagt am 3. Dezember um 16 Uhr öffentlich in der Ratsstube, Rathaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Rund 5.000 Kinder und ihre (Groß-)Eltern folgen dem Nikolaus beim Zug durch Oer-Erkenschwick
Rund 5.000 Kinder und ihre (Groß-)Eltern folgen dem Nikolaus beim Zug durch Oer-Erkenschwick
Entscheidung um Alexander Nübel naht: Das ist Schalkes Millionen-Plan
Entscheidung um Alexander Nübel naht: Das ist Schalkes Millionen-Plan
EC-Karten-Dieb festgenommen - 41-Jähriger durch Zeugenhinweise enttarnt
EC-Karten-Dieb festgenommen - 41-Jähriger durch Zeugenhinweise enttarnt
Bundesparteitag: Kevin Kühnert zum neuen SPD-Vize gewählt - Heil mit schlechtestem Ergebnis
Bundesparteitag: Kevin Kühnert zum neuen SPD-Vize gewählt - Heil mit schlechtestem Ergebnis
Bald droht auf Schalke das nächste Torwart-Chaos: Was passiert, wenn Fährmann zurückkommt?
Bald droht auf Schalke das nächste Torwart-Chaos: Was passiert, wenn Fährmann zurückkommt?

Kommentare