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Die drei Ruhrtalente 2019 (v.l.): Nila Gorbat, Fatima Deniz, Nico Schuwald. 

Ruhrtalente

Starthilfe für drei Marler Musterschüler

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Die Jugendlichen werden durch das Stipendienprogramm Ruhrtalente auf ihrem Weg in die Universität oder Ausbildung unterstützt.

Marl hat drei neue Ruhrtalente: Fatima Deniz (17), Schülerin am Gymnasium im Loekamp, Nico Schuwald (16) und Nila Gorbat (15), beide von der Willy-Brandt-Gesamtschule. Ruhrtalente ist das größte Schülerstipendienprogramm in Nordrhein-Westfalen, heißt: Die Schüler erhalten Unterstützung auf ihrem Weg in die Ausbildung oder Universität, durch Beratungen, Sprachkurse oder Reisen. Beim Empfang im Rathaus lobte Bürgermeister Werner Arndt: „Sie haben das Beste aus sich gemacht und schon jetzt viel erreicht.“

Marler Musterschüler 

Fatima Deniz ist eine sozial engagierte Schülerin. Sie möchte später Jura studieren. Derzeit hilft sie bei der Marler Tafel und organisierte den Klimaprotest in Marl. Das kam bei der Jury gut an. Neben den schulischen Leistungen werden auch erschwerte Lebensumstände bei der Auswahl erfasst. Fatimas Mutter zum Beispiel hat die sieben Geschwister alleine aufgezogen. „Zu diesen erschwerten Umständen gehört auch, kein eigenes Zimmer zu haben“, erklärte Dr. Jan Sage, Geschäftsführer der Hüls AG Stiftung, die das Programm gemeinsam mit der RAG-Stiftung fördert. Wie seine beiden Kolleginnen kannte Nico Schuwald die Ruhrtalente vorher nicht. Doch auf Anraten seines langjährigen Lehrers habe er sich beworben. Zum Prozedere neben der Bewerbung gehört auch ein Vorstellungsgespräch. „Ich bin unvorbereitet dahin gegangen - und es hat geklappt“, freut sich der 16-Jährige. 

Vorbilder für die jüngeren Schüler 

Sein großes Vorbild ist Tesla-Gründer Elon Musk. Später möchte Nico Programmierer werden und an der englischen Eliteuniversität Cambridge studieren. Er freute sich, dass er bei den Veranstaltungen der Ruhrtalente viele Menschen aus anderen Kulturen habe kennenlernen können. Die Dritte im Bunde ist Nila Gorbat. Sie ist in den Niederlanden geboren, ihre Familie hat Wurzeln in Afghanistan, lebte in England und ist seit fünf Jahren in Deutschland. Und sie spricht vier Sprachen – mit 15 Jahren: Deutsch, Englisch, Farsi und Niederländisch. Nila engagiert sich zudem bei den Wasserfreunden Marl. Sie möchte später Medizin studieren und berichtet, dass sie ehrfürchtig auf die Absolventen der Cambridge Universität blicke. Die USA und England seien später Ziele, international studieren - das wär‘s.

Ins Ausland soll es auch für Fatima gehen. „Studieren möchte ich in Deutschland, aber an Sprachreisen bin ich sehr interessiert“, sagte sie, „nach Oxford oder Südkorea.“ Ohne die Unterstützung der Ruhrtalente seien solche Reisen für sie nicht möglich. Auch die Vorjahres-Ruhrtalente waren bei der Ehrung dabei. Sie berichteten, dass sie durch Reisen nach Liverpool oder Berlin viel gelernt hätten. Mariam Yousef (18) war die erste in ihrer Familie, die in Deutschland wählen konnte. Sie hat an einem 20-tägigen Workshop zur Europawahl teilgenommen. „Im Schulalltag kommen Kinder aus den unteren Klassen auf mich zu und sagen: ‚Hey, du bist doch von den Ruhrtalenten.‘“, erzählte Schülerin Katarina Eden (17) von ihrer Erfahrung, seitdem sie letztes Jahr ein Ruhrtalent wurde. Der eigene Erfolg motiviere andere, sagte auch Alaadin Siyala (19), ebenfalls aus dem letzten Jahrgang.

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