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Der erste Tag der Motormeile litt leider unter dem Regenwetter.

Marler Motormeile

Am Ende lachen Autohändler doch

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Marl - Stoßstange an Stoßstange, Seite an Seite stehen circa 150 Autos Samstag und Sonntag zur Marler Motormeile auf dem Creiler Platz. Verwehrt das schlechte Wetter den Händlern Samstag noch einen großen Besucheransturm, lockt zumindest der Sonntagmittag viele Leute nach draußen.

Wer sich am zweiten Meilentag auf dem Weg zum Creiler Platz macht, wird nicht nur mit einer großen Auswahl an neuesten Modellen belohnt, sondern auch mit einigen Oldtimern und Wiederbelebungstipps des Medizinischen Notfall Services Herten.

Um kurz vor halb zwölf juckeln Brigitte und Klaus Ullmann aus Marl mit ihrem Ford A Phaeton aus dem Jahr 1928 auf den Creiler Platz. Sofort haben sie die Aufmerksamkeit der Besucher. Das Ehepaar ist noch keine fünf Sekunden ausgestiegen, da fragt der erste Interessierte, ob er mal einsteigen und ein Foto machen darf. Klaus Ullmann willigt sofort ein.

Er ist stolz auf sein Baby. „Es war schon immer ein Traum von mir, so einen Ford A zu besitzen“, sagt Ullmann. Er habe lange danach gesucht. Der 89 Jahre alte Ford hätte viel zu erzählen, wenn er könnte. Zumindest weiß Klaus Ullmann etwas über die ersten Jahre seines Gefährts. „Der Ford ist in den USA hergestellt worden. Das erste Mal zugelassen wurde er in Uruguay.“ Trotz des Alters ist sein Ford kein Stubenhocker: „Es macht Spaß, damit zu fahren“, sagt Ullmann mit einem Lachen und schiebt mit einem Schmunzeln hinterher: „Es ist ein teures Hobby, bei dem die Frau mitspielen muss.“

Hinter dem Ford aus dem Jahr 1928 reihen sich weitere Oldies auf. Zu sehen gibt es unter anderem Traktoren der Baujahre 1950 und 1961, einen VW Käfer aus dem Jahr 1968 und einen Ford Mustang aus dem Jahr 1969. Ein wenig Ostalgie weht auch über den Creiler Platz. Zwei Trabis ziehen die Blicke einiger Besucher auf sich. Einer gehört Frank Borowitza aus Essen.

Er hat als gebürtiger DDR-Bürger eine besondere Beziehung zu dem Ostauto. „Ich habe meinen Führerschein in einem Trabi gemacht und bin mit meinen Eltern damit nach Ungarn in den Urlaub gefahren.“ Er wolle den Leuten den Trabi zurück ins Gedächtnis bringen. Dafür hat er mit Weggefährten Anfang des Jahres den Club „Die Sachsenringe“ gegründet. Das Kultauto aus der DDR zu besitzen, scheint sich mittlerweile auszuzahlen. Laut Borowitza ist der Trabi eine gute Anlagequelle. „Die Preise gehen in die Höhe. Wer sich vor ein paar Jahren einen Trabi gekauft hat, könnte nun von der Wertsteigerung profitieren.“

Während er erzählt, laufen Helfer des Medizinischen Notfall Service durch die Ausstellungstücke. Sie sind nicht nur für die Erste Hilfe vor Ort. Im Gepäck haben sie zwei Vorführpuppen – ein Baby und einen Erwachsenen. An beiden führen sie lebenswichtige Handgriffe vor. Leiter Thomas Moerland legt die Baby-Puppe auf den Bauch und legt seinen Handballen zwischen die Schulterblätter und drückt. „Stellen Sie sich vor, das Baby verschluckt etwas. Dann muss man mit etwas Kraft drücken. Es gibt keine Alternative.“ Man müsse sich dazu überwinden.

Christian Koop vom Veranstalter ciko Events ist am Ende trotz des mäßigen ersten Tags zufrieden. „Durch das schlechte Wetter Samstag waren etwa 100 bis 300 Leute hier. Die genaue Zahl ist schwer zu sagen.“ Auch der Sonntagmorgen weckt zunächst keine Hoffnung auf den großen Andrang. Immer wieder fällt Regen. Mal kräftig, mal nieselt es. Doch zum Nachmittag ändert sich das Wetter. Die Sonne kommt raus. „Mittlerweile ist der Platz rappelvoll. Nach dem letzten Schauer kamen die Leute“, so Koop. Die Händler seien zufrieden. „Ich bekam die Rückmeldung, dass sie doch noch einige Beratungsgespräche geführt und Probefahrten vereinbart haben.“ Drei Händler sind so zufrieden, dass sie bereits für 2018 zugesagt haben.

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