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Dieser Wasserturm wurde mit Spenden aus Marl gebaut. Im Bild (v.li.): Pastor Anthony Karkala und Pfarrer Heiner Innig.

Marler Spenden helfen

Große Wirkung mit nur wenig Geld

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MARL - Pfarrer Heiner Innig erlebt im indischen Bistum Kurnool, wie Spenden aus Marl Menschen helfen. Mit dabei ist sein Pastor und Kollege Anthony Karkala.

Zehn Euro im Monat reichen für einen Kindergartenplatz. 68 Kinder aus Ramadurgam haben Paten in Marl, die mit ihrem monatlichen Beitrag dafür sorgen, dass sie zur Schule gehen statt zu arbeiten, um das Überleben der Familien zu sichern. 79.000 Euro kamen als Spenden aus der Marler Pfarrei Heilige Edith Stein für das Projekt Wasserturm in dem kleinen Ort Ramadurgam an, in einer der trockensten Regionen im Süden Indiens. Jetzt werden knapp 4000 Menschen täglich kostenlos mit Trinkwasser versorgt: Christen, Hindus, Moslems – welcher Religion oder welcher Kaste sie angehören, spielt keine Rolle. Unverheiratete Frauen und Witwen besuchen Nähkurse, die von Marl aus finanziert werden, damit sie später mit der Schneiderei in Heimarbeit Geld verdienen können. In zwei Wochen haben Pfarrer Heiner Innig und Pastor Anthony Karkala im südindischen Bistum Kurnool die Hilfsprojekte besucht, die nur mit Marler Unterstützung verwirklicht werden können. Wo und wie das Geld angelegt wird, das aus Marl kommt und welche Projekte in Zukunft noch Beachtung finden sollen, das waren die Themen in 14 anstrengenden mit Begegnungen und Gesprächen vollgestopften Reisetagen. Nach dieser Reise lautet die Botschaft von Heiner Innig ganz klar: „Wir müssen weitermachen. Wenn wir das nicht tun, findet keine Förderung statt.“ Pater Anthony Karkala hat die Welle der Hilfsbereitschaft für seine indische Heimat ins Rollen gebracht. Seit 2012 arbeitet der heute 42-Jährige als Priester des indischen Bistums Kurnool in Marl. Seitdem wirbt er um Unterstützung für seine Projekte.

Als Schüler und Student unterstützt

„Ich bin selbst ein gutes Beispiel dafür, wie sehr die Hilfe gebraucht wird“, erzählt er. Anthony Karkala war das einzige von sieben Kindern der Familie, das zur Schule gehen durfte. Seine Geschwister mussten mitverdienen. „In meiner Schulzeit hat mich eine Dame aus Bayern jeden Monat finanziell unterstützt. Als ich in Kurmool Theologie und Philosophie studierte, hat eine Familie aus Österreich regelmäßig Geld für mich überwiesen“, berichtet der Seelsorger. Irgendwann stand Anthony Karkala vor der Wahl, in welchem Land er als Priester der Weltkirche für sein Bistum Dienst tun wollte: USA oder Deutschland? Er stimmte der Entsendung nach Deutschland leichten Herzens zu. Seitdem kann er mithilfe vieler Marler etwas gegen die Armut in dem Teil Südindiens tun, in dem er selbst zu Hause ist. Bis 2023 wird er noch in Marl bleiben, das ist mit dem Heimatbistum schon geklärt. Mehr Fotos gibt es in unserer Bildergalerie.

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