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Das Amts- und Landgericht Bochum.

Marler wird verurteilt

Eingesperrt, bedroht und vergewaltigt

MARL - Ein Mann aus Sinsen muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Erst waren sie ein Paar, dann wurde es hässlich und brutal. Ein 29-jähriger Mann aus Sinsen ist am Mittwoch vom Bochumer Landgericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte seine Ex-Freundin eingesperrt, bedroht und vergewaltigt. Der aus dem Iran stammende Angeklagte hatte die Frau aus Herne bei einem gemeinsamen Deutschkurs kennen und offenbar auch lieben gelernt. Zumindest gab es in der Vergangenheit viele private Treffen. Das gemeinsame Glück war jedoch genau in dem Moment vorbei, als die Frau schwanger wurde. „Da hat er sie in Stich gelassen“, sagte Richter Carsten Schwadrat beim Urteil.

Der Angeklagte hatte sich stattdessen einer anderen Frau zugewandt und kurz darauf auch geheiratet. Trotzdem konnten beide offenbar nicht voneinander lassen. „Es war eine ambivalente Beziehung“, so Schwadrat. Auch die Frau habe keinen klaren Schnitt gezogen. Es habe immer wieder Treffen gegeben. Der Frau aus Herne sei dabei auch nicht verborgen geblieben, dass der Angeklagte immer noch ein sexuelles Interesse an ihr gehabt habe. Es war der 27. Juni 2018, als der 29-Jährige gegen 22 Uhr in ihrer Herner Wohnung auftauchte. Er forderte sie auf, die Beziehung mit ihm fortzusetzen – trotz seiner Heirat. Dazu war sie aber nicht bereit.

24-stündiges Martyrium

Was folgte, war ein rund 24-stündiges Martyrium. Der Angeklagte sperrte seine ehemalige Freundin ein, bedrohte sie mit einem Messer und vergewaltigte sie. Auch ihr Weinen und ihr Flehen konnte den 29-Jährigen nicht davon abhalten, weiterzumachen. „Es hätte ihm möglich sein müssen, sich zu bremsen“, hieß es im Urteil. Genau dazu sei der Angeklagte aber nicht bereit gewesen. Das Opfer hatte nach der Tat Wohnung und Telefonnummer gewechselt und psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Im Prozess hatte der Mann aus Sinsen zwar zugegeben, seine Freundin mit Gewalt sexuell bedrängt zu haben, den Einsatz eines Messers während der Vergewaltigung aber bestritten. Das nahmen ihm die Bochumer Richter aber so nicht ab. Wegen seines Flüchtlingsstatus‘ muss der Angeklagte nun möglicherweise auch mit seiner Abschiebung rechnen.

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