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Werner Bleck, Geschäftsführer der letzten Videothek in Marl. Gitta Köhler arbeitet seit 29 Jahren für Bleck.

Marls letzte Videothek

Privatfernsehen ließ Umsätze sinken

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MARL - Streaminganbieter machen es Videotheken schwer, zu überleben. In Marl ist Werner Bleck der letzte Mohikaner.

Werner Bleck betreibt Marls letzte Videothek. Beim Betreten weckt der Laden Erinnerungen an eine Zeit, in der es noch etwas Besonderes war, sich Filme wenige Monate nach Kinostart auch zu Hause ansehen zu können. Videokassetten gibt es hier zwar schon lange nicht mehr, dafür sind die meterlangen Regale voll mit Blu-rays und DVDs für jeden Geschmack. Hier kommen noch Kunden hin, die den persönlichen Kontakt schätzen, sich über Filme austauschen wollen und noch nicht auf Online-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime zugreifen. In Werner Blecks Videotheken fanden die Marler über Jahrzehnte Unterhaltung für ihre Wohnzimmer. Die Idee dazu kam dem studierten Maschinenbauingenieur vor 36 Jahren.

Aus Südafrika zurück nach Marl

„Ich kam damals aus Südafrika nach Marl zurück. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt war ich zu dem Zeitpunkt einer von sehr vielen Ingenieuren. Einen Job zu bekommen war nicht leicht.“ Er sah sich nach Alternativen um. In Südafrika hatte er gut verdient. Geld, das er investieren konnte, war also vorhanden. „Im August 1982 beschloss ich im Freibad an der Loemühle dann mit zwei Partnern, eine Videothek aufzumachen“, sagt Werner Bleck rückblickend.

Noch im selben Jahr öffnete der erste Laden seine Pforten in Brassert. 250.000 DM waren dafür erforderlich. Für damalige Verhältnisse laut Werner Bleck eine große Summe. Das Geschäft lief. „Aber nach zwei Jahren haben wir gemerkt, dass wir wenig Ahnung hatten. Wir besuchten Lehrgänge und ließen uns beraten. Dadurch wussten wir, dass wir uns vergrößern mussten.“

Es folgten Filialen in Hüls, Oer-Erkenschwick und Sinsen. Ende der 80er-Jahre verlor Bleck 30 Prozent seines Umsatzes durch das aufkommende Privatfernsehen. Durch die Maueröffnung 1989 ergaben sich für den Marler aber neue Märkte. So eröffnete Werner Bleck eine Filiale in Marls Partnerstadt Bitterfeld. Die Marler Kundschaft unterscheide sich laut Werner Bleck übrigens nicht von der anderer Städte.

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