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Marls Klassenzimmer sollen endlich digitalisiert werden.

Maßnahmen beschlossen

So sollen Marls Schulen endlich digital werden

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MARL - Der Schulunterricht wird sich tief greifend verändern. Ziele in Marl sind WLAN und ein digitales Klassenzimmer überall. Doch dafür braucht die Stadt eine Menge Geld.

Mehr als fünf Milliarden Euro können die Schulen bundesweit in den nächsten fünf Jahren abrufen, um WLAN aufzubauen, interaktive Tafeln, Lernprogramme und Tablets zu kaufen oder Lehrer fortzubilden. Auf Nordrhein-Westfalen entfällt ein Betrag in Höhe von einer Milliarde. Möglich macht das der Digitalpakt Schule, eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern, die seit Mai in Kraft ist. Für diese Milliardenhilfen musste sogar das Grundgesetz geändert werden: Der Bund kann das Geld den Ländern zahlen, obwohl er nicht für Schulen zuständig ist.

Der Schulausschuss-Vorsitzende Andreas Täuber schwor seine Ratskollegen darauf ein, alle 21 Schulen in Marl so schnell wie möglich digital auszurüsten: „Diese Entwicklung dürfen wir nicht verpassen. Für die Stadt wird sie ein Kraftakt, der nicht von zwei IT-Kräften allein geleistet werden kann.“

Viel IT-Personal nötig

Alle Ratsfraktionen sind sich einig: Die Stadt soll jetzt die Voraussetzungen für ausreichend IT-Personal schaffen. Ein Lenkungskreis aus Politik, Lehrern und Schülern soll sich gründen und die Schulverwaltung unterstützen, damit sie den Kraftakt stemmen kann.

Die Stadt stehe unter Zeitdruck, betonte Andreas Täuber. Der Neubau der Martin-Luther-King-Gesamtschule muss bereits in den Sommerferien digital ausgestattet werden. „Sonst richten die sich zweimal ein.“ Auch Robert Heinze (FDP) mahnte: „Wir sind verdammt spät dran.“

Ende des Kreidezeitalters

Zwei Millionen Euro stehen im Haushalt für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen zur Verfügung. Die werden nicht reichen, räumte Bürgermeister Werner Arndt ein: „Weitere Mittel werden möglicherweise siebenstellig sein müssen. Das Kreidezeitalter muss beendet werden.“

Die Mittel zum Digitalpakt werden vom Schulträger beantragt, also der Stadt. Für die Hans-Böckler-Kollegschule ist es der Kreis. Fördermittel fließen nach dem Grundsatz „Keine Ausstattung ohne Konzept“. Voraussetzung ist ein Medienentwicklungsplan jeder einzelnen Schule. Deshalb mussten alle Schulen der Stadt ihr Konzept bis Ende Mai vorlegen.

Stadt zahlt auch aus eigener Tasche

Ab Herbst sollen die Städte Förderanträge stellen können. Das wird Marl tun. Schritt für Schritt will die Schulverwaltung in allen Schulen einheitliche digitale Klassenzimmer einrichten – zunächst aus Eigenmitteln. Dabei will sie sich an den Erfahrungen der Stadt Gelsenkirchen orientieren, die technisch schon weiter ist.

Das Breitbandnetz soll bis Ende 2021 zur Verfügung stehen. Die Arbeiten zur Verkabelung der Schulgebäude werden wohl auch während der Unterrichts ausgeführt. Schüler und Lehrer müssen also Baulärm in Kauf nehmen. Auf Abiturklausuren soll aber Rücksicht genommen werden.

Künftig sollen alle Schüler in digitalen Klassenzimmern arbeiten und ihre Arbeitsergebnisse im Computer speichern.

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