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Unbegleitete Kinder.

Mehrkosten für die Stadt

Geld für erzieherische Hilfen reicht nicht

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MARL - 531 000 Euro mehr als geplant musste die Stadt im letzten Jahr für erzieherische Hilfen aufbringen. Vor allem die Betreuung von Heimkindern und die Vollzeitpflege kostet Geld.

In immer mehr Fällen gewährt die Stadt Hilfen zur Erziehung. Dazu zählen flexible Hilfen in Familien, aber auch die Betreuung von Jugendlichen und Heranwachsenden in heilpädagogischen Zentren, Heimen oder Wohngruppen. Ende April wurden 701 junge Marler erzieherisch betreut, 20 mehr als drei Monate zuvor. 346 sind stationär untergebracht.

Immer häufiger arbeitet die Stadt mit Pflegefamilien zusammen. Außerdem gibt es immer mehr Kinder und Jugendliche, die nicht mehr (kostengünstiger) in Wohngruppen untergebracht werden können, sondern in Heimen intensiv betreut werden müssen. Viele Entwicklungen ließen sich schlecht planen, erklärte Jugendamtsleiter Volker Mittmann im Ausschuss für Kinder und Jugendhilfe.

Wer wisse schon, wie viele Flüchtlingen und unbegleitete, minderjährige Jugendliche der Stadt zugewiesen werden!? Für diese Gruppe hatte die Stadt bei der Haushaltsplanung für 2017 Ausgaben von 1,1 Millionen Euro kalkuliert. Das Geld werde sicher nicht ausreichen. Weitere Gründe für den Anstieg der Kosten: Die vom Jugendamt beauftragten freien Träger haben ihre Stundensätze angehoben.

Förderschulen statt Inklusion

Gestiegen sind vor allem die Ausgaben für Inklusion: Mittlerweile besuchen viele verhaltensauffällige und seelisch kranke Kinder und Jugendliche, die früher in Förderschulen unterrichtet wurden, eine Regelschule. Das ist nur möglich, wenn Integrationshelfer sie teils über den gesamten Schultag begleiten.

Politiker und Experten betonten im Ausschuss, Unterricht in Förderschulen sei oft sinnvoller als falsch verstandene Inklusion. Hier hätten Kinder Erfolge, die sie in Regelschulen nie erlebten. „Das Fördern in Förderschulen ist der richtige Weg“, sagte Jörg Schneider vom Kinderschutzbund. Ein Kind werde schnell zum Außenseiter, „wenn es als einziges von 30 Schülern einen Integrationshelfer an die Seite bekommt.“ Werner von dem Berge (Caritas) stimmte zu: „So wird der Gedanke der Inklusion schnell ad absurdum geführt.“

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