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Außer Betrieb: Isolde Giszas steht vor dem verschlossenen Aufzugschacht. Für den Transport ihrer Einkäufe über die Treppe besorgte sie sich einen Rucksack

Mieter warten fünf Monate

Wenn das Treppensteigen zur Qual wird

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MARL - Seit dem Sommer ist der Fahrstuhl eines Marler Hochhauses defekt.

Isolde Giszas wohnt im siebten Stock eines Hochhauses der Neuen Marler Baugesellschaft (neuma). Weil der Fahrstuhl seit mehr als fünf Monaten defekt ist, bleibt uns bei unserem Besuch nichts anderes übrig, als die Stufen hochzulaufen. Für den Aufstieg benötigen wir eine Minute und 40 Sekunden. Oben angekommen, müssen wir erst mal tief durchatmen. Isolde Giszas empfängt uns in ihrer kleinen Wohnung. „Seit Juni ist der Aufzug kaputt, für die Treppen brauche ich 15 bis 20 Minuten“, schildert Isolde Giszas ihre schwierige Situation. „In dieser Woche hatte ich drei Arzttermine, zweimal musste ich zum Einkaufen. Der Auf- und Abstieg über die Stufen ist wirklich grauenhaft. Das schaffe ich nur mit meinem Inhalator, den ich dann dabei habe.“

Ersatzteile sind nicht mehr lieferbar

Ende Juli erhielt sie ein Schreiben von ihrem Vermieter, der neuma. Darin steht der Hinweis, dass der Fahrstuhl bis zum 10. August repariert werden sollte. Daraus wurde allerdings nichts, da der Hersteller Thyssen die benötigten Ersatzteile nach Angaben der neuma nicht mehr liefern kann. „Am sechsten August teilte uns Thyssen mit, dass sie sämtliche Lager vergeblich durchsucht hätten“, erklärt Christoph Thier, Geschäftsführer der neuma. „Thyssen empfahl stattdessen den Einbau eines neuen Fahrstuhls. Den Auftrag dazu erteilten wir noch am selben Tag“. Dass der Einbau erst in dieser Woche begann, erklärt Thier mit der boomenden Baukonjunktur: „Versuchen sie aktuell mal, einen Handwerker zu kriegen. Das Problem sorgt in allen Baubereichen für Verzögerungen.“

In ihrem Schreiben an die Mieter empfiehlt die neuma, sich bei Bedarf an die zuständigen Hausmeister zu wenden. Außerdem werden die Kosten für Fahrten mit dem Arbeiter-Samariter-Bund übernommen. Auch ein Einkaufsdienst mit einem Marler Supermarkt wurde eingerichtet. Das ändert jedoch nichts an der Lage für Isolde Giszas. Bis zum Einbau des Lifts muss sie sich weiter über die Stufen quälen. Der neue Fahrstuhl soll laut neuma-Chef Thier „vor Weihnachten“ fertig sein.

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