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Schmilzt schnell: Bei sommerlichen Temperaturen genoss auch MZ-Redakteurin Ellen Kranz in der Mittagssonne beim Citysee am Marler Stern ein leckeres Eis.

Milde Temperaturen im Herbst

Der Sommer ist zurück in Marl

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MARL - Am vergangenen Wochenende ist der Sommer nach Marl zurückgekehrt – und hält sich auch zum Beginn der Woche wacker. Wir haben mit Experten aus Marl gesprochen, wie das Wetter die Natur, Tiere und auch die Menschen beeinflusst.

Die Sonne scheint am tiefblauen Himmel. Neben dem Citysee am Marler Stern sitzen die Leute auf den Parkbänken und genießen Eis. Montagmittag, es ist 14 Uhr. Das Thermometer zeigt 23 Grad an. „Die Natur stellt sich darauf ein“, sagt Erwin Gebauer, Gruppensprecher des Naturschutzbundes in Marl. Eigentlich findet aktuell das Hummelsterben statt. Aber: „Ich habe am Wochenende viele Hummeln in der Hecke sitzen sehen.“ Auch viele Schmetterlinge flogen durch die Luft. Andere Insekten wie etwa Marienkäfer suchen gerade in Häuserritzen ihre Winterunterkünfte. Und: „Manche Zugvögel bleiben mittlerweile hier“, weiß Erwin Gebauer. „Die Natur arbeitet mit Temperaturschwankungen.“

Das gilt auch für die Pflanzen. „Vor 14 Tagen hat unser Apfelbaum zum zweiten Mal geblüht“, sagt der Nabu-Sprecher. Am Sonntag hat er einen blühenden Rhododendron gesehen. „Dass Pflanzen derzeit wieder blühen, geschieht durch die sommerlichen Temperaturen“, sagt er. „Ich bin nicht beunruhigt, dass es Nachteile für die Natur hat – sie nutzt die Gegebenheiten, die sie hat.“

Auch Wolfgang Fuchs, Vorsitzender des Bezirksverbandes Marl der Kleingärtner, ist unbesorgt. „Die Natur konnte aufblühen“, sagt er. „Die Blüte reift aber nicht aus, sondern stirbt bereits mit dem ersten Frost ab“, erklärt er. „Das ist nicht schlimm – im nächsten Jahr geht es normal weiter.“ Vor allem Apfelbäume oder Blühsträuche wie der Hibiskus seien betroffen.

„So etwas passiert immer wieder mal“, sagt auch Kersten Blaschczok vom Forsthof Haard. Eventuell verzögere sich dadurch der Laubfall. „Generell wird die vegetationsfreie Zeit wegen des Klimawandels immer kürzer“, sagt er. „Das Wild ist darauf eingestellt, dass es Ausreißer nach oben oder unten gibt.“ Aktuell laufe die Brunftzeit: Nach Reh- und Rotwild beginne nun die Paarungszeit des Damwildes.

Das schöne Wetter am Wochenende nutzten viele Menschen für Aktionen im Freien. So auch die Ortsgruppe des Sauerländischen Gebirgsvereins: „Wir hatten eine Tour geplant“, sagt der Vorsitzende Winfried Hohaus. Zwölf Kilometer wanderten zehn Teilnehmer durch den Essener Süden. „Wir haben das Wetter genossen.“

Wie wirkt sich das milde Herbstwetter auf den Menschen aus? „Wer nicht wetterfühlig ist, merkt das nicht“, sagt Dr. Hans Ulrich Foertsch von der Ärztekammer Marl. „Wer wetterfühlig ist, empfindet die Temperaturen möglicherweise als belastend.“ Müdigkeit und ein leichter Druck im Kopf seien mögliche Symptome, sagt der Arzt und empfiehlt: „Viel trinken und Bewegung.“

Viele Menschen gönnten sich auch ein leckeres Eis. „Die Sorten Milchschnitte, Yogurette und Oreo sind besonders beliebt“, weiß Walid Altun, Kellner im Eiscafé Venezia im Stern. Am Wochenende sei bei ihm nicht viel los gewesen. „Die Menschen waren eher draußen“, meint er. „Zu uns kommen die Leute bei schlechtem Wetter.“ Dann seien Waffeln, Crêpes und Kuchen gefragt. Der Herbst und Winter mit Regen und düsteren Tagen kommt bestimmt. Aber bis dahin genießen die Marler ihr Eis – auf der Parkbank am Citysee.

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