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In diesen zwei neuen Feldern im Kreis dürfen Firmen nach Gas suchen.

Mingas Power will nach Erdgas suchen

Politiker fürchten Fracking durch die Hintertür

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MARL - Der Stadtrat erklärte Marl vor gut einem Jahr zur „frackingfreien Gemeinde“ und lehnt die Gewinnung von Erdgas unter Einsatz giftiger Chemikalien grundsätzlich ab. Nun will die Bezirksregierung Arnsberg, wie berichtet, die Suche nach Grubengas unter der Haard erlauben. Marls Politiker sind empört.

Die Mingas-Power, eine Tochter von Steag und RWE, will sich ein Gebiet unter der Haard sichern, quasi ihr Feld abstecken und dort nach Grubengas suchen. Innerhalb dieses Felds liegen Teile der Haard, ganz Lenkerbeck, der Osten von Hüls, der Westen von Sinsen sowie die Bauerschaften Löntrop und Korthausen. Auch der Nordwesten von Oer-Erkenschwick ist betroffen.

„Das ist eine Option für Fracking“, warnte Johannes Westermann (Wählergemeinschaft Die Grünen) im Umweltausschuss: „Wir erwarten, dass die Bürger öffentlich informiert werden.“

Auch Siegfried Schönfeld (WIR für Marl) und Christoph Biebricher (Bündnisgrüne) halten das Bergrecht für nicht mehr zeitgemäß. Lothar Schubert (SPD) äußerte ebenfalls sein Unverständnis über die Position der Bezirksregierung. Er regte eine Resolution der Fraktionen an.

Noch keine konkreten Arbeiten erlaubt

Bei den Absichten der Mingas-Power GmbH soll es sich nicht um Fracking handeln. Die Bezirksregierung spricht vielmehr von einer „Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen“. (Erdgas zählt zu den Kohlenwasserstoffen.) Dies könne der Rat laut Bundesberggesetz nicht grundsätzlich ablehnen. Die Stadt müsse schon „tragfähige öffentliche Interessen“ dagegen vorbringen, erklärte kürzlich Werner Isermann, Sprecher der Abteilung Bergbau bei der Bezirksregierung.

Da noch nicht feststehe, was die Mingas-Power genau plant, könne auch nicht beurteilt werden, ob Ängste vor Fracking realistisch sind, argumentiert die Bezirksregierung. Mit der Aufsuchung würden noch keine konkreten Arbeiten erlaubt.

Land verbietet Fracking

Stadtentwickler Helmut Cepa erklärt, die Mingas-Power solle das Recht bekommen, Daten darüber zu erfassen, wie viel Grubengas unter der Haard ist. Zwar sei Fracking im Landesentwicklungsplan komplett ausgeschlossen. Man wisse aber nicht, welche Möglichkeiten es in 20 Jahren geben werde, an Grubengas zu kommen.

Wie berichtet, will die Mingas-Power GmbH außerdem auf Auguste Victoria 3/7 zwei Jahre lang das Grubengas unter Tage fördern und nutzen. Wirtschaftsförderer Dr. Manfred Gehrke betont, dass diese Grubengas-Förderung nichts mit Fracking zu tun habe.

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