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Damit die Bienen friedlich bleiben, lenkt sie Imker Stefan Sehnbruch mit Rauch aus einem Smoker ab.

Modellprojekt nimmt Form an

35.000 Bienen wohnen auf Lenkerbecker Firmengelände

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MARL - Wer sich auf dem Firmengelände von „Baum Zerspanungstechnik“ im Industriegebiet in Lenkerbeck genauer umsieht, entdeckt an mehreren Stellen Objekte, die zum Modellprojekt „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ gehören - und zwar Bienenstöcke.

Vier heimische Bäume stehen bereits, dazu kamen in dieser Woche zwei neu angelegte Beete. Außerdem gibt es noch zwei große Blumenkübel und einen Stock mit Honigbienen auf der Wiese hinter einer Produktionshalle. „Die Beete haben wir erst am Mittwoch bepflanzt“, erklärt Geschäftsführerin Melanie Baum und gibt einen Ausblick auf die mittelfristige Zukunft: „Wir werden auch noch einen Naschgarten anlegen und einen Schwimmteich bauen. In dem können dann sogar Mitarbeiter baden, wenn sie möchten.“

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, ökologische Nischen in Industriegebieten zu schaffen und so für mehr Nachhaltigkeit und biologische Vielfalt zu sorgen. „Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, ist sich Melanie Baum sicher.

Zahlreiche Partner sind beteiligt

Bei der Gestaltung arbeiteten mehrere Beteiligte eng zusammen. Die Stadt Marl unterstützt das Projekt seit 2016, dazu kommen Experten wie Meike Rohkemper vom Verein „Global Nature Fund“, Barbara Noga von der Firma Garten Design Noga aus Recklinghausen oder Stefan Sehnbruch von der Marler Imkerei Sehnbruch & Schwirz. Der Imker freut sich, dass bei der Begrünung besonders auf bienenfreundliche Pflanzen geachtet wurde.

Der Stock steht hinter der Halle auf einer sogenannten Versickerungsfläche. Auf 35.000 Tiere schätzt Stefan Sehnbruch die Anzahl der Bienenbewohner. „Den Bereich für die Bienen werden wir auch noch anders bepflanzen“, sagt Melanie Baum. Bei der Gestaltung der Beete bewiesen einige Mitarbeiter der Firma Baum ihre Kreativität: Sie schnitten ein nicht mehr benötigtes Alu-Rohr in Stücke und bepflanzten sie mit Blumentöpfen.

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