Es muss mehr regnen

Schlechte Zeiten für Pilzsammler

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    Klaus Karickas
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MARL - Für Pilzsammler sieht es derzeit nicht gut aus. Es gibt zu wenig. Der Regen der vergangenen Tage konnte die Nachwirkungen des Hitze-Sommers nicht wettmachen.

Für den letzten Sonntag hatten die Veranstalter des Forsthaus Haidberg in Sinsen eine Pilzwanderung geplant. Unter Führung des Experten Michael Ernst sollten die Teilnehmer entdecken, welche Pilze derzeit in der Haard wachsen. Daraus wurde nichts. Bereits in den Sommerferien sollten im Forsthaus Haidberg Aktionen mit Pilzen stattfinden. Laut Hedi Mengert, der Vorsitzenden des Forsthaus-Fördervereins, waren Pilze aber auch da bereits Mangelware.

Damit es in dieser Saison mit der Pilzernte doch noch was wird, wäre reichlich Regen notwendig, meinen Experten – wohl mehr jedenfalls als in den vergangenen Tagen gefallen ist. Die Hauptsaison für Pilzsammler ist der Herbst. Insbesondere in den Monaten September und Oktober streifen die Sammler in Scharen durch die heimischen Wälder – auch in Marl.

In diesem Jahr fällt die Ernte aber dünner aus. „Viele Stellen in den Wäldern sind regelrecht verdorrt, dort kann praktisch nichts wachsen“, berichtet Jan-Arne Mentken, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (umgangssprachlich: Pilzkunde). „Im Idealfall müsste es eine Woche durchregnen, damit noch Pilze in größeren Mengen wachsen können.“

Zudem ist das Sammeln von Pilzen auch durch Gesetze eingeschränkt. So sieht beispielsweise die Bundesartenschutzverordnung ein Sammelverbot für bestimmte Arten vor. Außerdem gibt es eine Mengenbeschränkung. So ist es erlaubt, für den Eigengebrauch zu sammeln. Eine genaue Definition des Begriffes „Eigenbedarf“ gibt es nicht. Ein Kilogramm pro Person wird laut Erwin Gebauer vom Marler Naturschutzbund meist als Eigenbedarf geduldet, in manchen Regionen seien es bis zu zwei Kilo. Wer mit deutlich mehr im Korb erwischt wird, dem droht ein saftiges Bußgeld. So mussten kürzlich zwei Sammler in Baden-Württemberg, die mit 19 Kilo Steinpilzen erwischt wurden, 1700 Euro Bußgeld zahlen.

Als gute Sammelgebiete gelten unter Sammlern die Haard oder die Hohe Mark. Pilzexperte Mentken hat noch einen Tipp für Sammler parat: „Wer richtig was im Korb haben möchte, sollte am besten den etwas längeren Weg ins Sauerland wählen, weil dort noch mehr Artenvielfalt herrscht.“ Wie viele Pilzsorten es in unseren Wäldern gibt, ist unbekannt. Schätzungen gehen von mindestens 5000 aus, andere Quellen sprechen sogar von 8000. „Nicht alles, was ein Pilz ist, wird vom normalen Sammler auch als solcher erkannt“, sagt indes Thomas Kalveram. Auch er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM).

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