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Die Alba-Sortieranlage.

Nach dem Großbrand

Alba schließt ein Müllproblem aus

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MARL - Wer übernimmt jetzt die Plastik-Abfallmassen, die bisher in der Recycling-Anlage der Alba-Gruppe aufbereitet wurden?

„Wir sind mit Hochdruck dabei, andere Sortieranlagen zu finden, die unser Material unverzüglich abnehmen“, sagt Unternehmenssprecher Henning Krumrey: „Gespräche laufen. Ein Entsorgungsproblem wird es nicht geben.“ Die Wertstofftonne des Kreises werde bereits in einer anderen Anlage sortiert. Wo genau, war noch nicht zu erfahren.

Täglich wurde die Anlage im Marler Chemiepark von 80 Lkw angefahren. 40 Ladungen mit gepresstem Müll fuhren ab. Bis zu dem verheerenden Brand in der Nacht zu Mittwoch war die Anlage nahezu voll ausgelastet, sagte der Alba-Sprecher. Wie berichtet, kann sie pro Jahr Verpackungsmüll wie Joghurtbecher oder Milchtüten von 6,4 Millionen Menschen verarbeiten – auch von Tausenden Haushalten im Vest. Gestern Nacht war eine Brandwache der Werkfeuerwehr in der Anlage geblieben. Das war auch gut so. Denn am Donnerstagmorgen entflammte ein neues Glutnest, das die Feuerwehrkräfte umgehend löschten.

Ausmaß des Schadens ist noch offen

Die 80 Marler Alba-Mitarbeiter konnten die Anlage auch gestern nicht betreten. Der Versicherungs-Gutachter beging sie in Begleitung des Geschäftsführers. Er soll auch heute noch das Ausmaß des Schadens feststellen. Wann er feststeht und welche Produktionsteile ausgetauscht werden müssen, ist offen. Die Unternehmensgruppe geht von einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe aus. 60 Millionen Euro hatte Alba in den Bau der digitalgesteuerten Wertstoffanlage investiert, die im Januar in Betrieb ging. Nun steht das 5,6 Kilometer lange Förderbandsystem bis zum Sommer still.

200 Feuerwehrkräfte aus Marl und Nachbarstädten hatten den Großbrand in der Nacht zu Mittwoch erst nach Stunden gelöscht. Die Brandursache wurde gestern nicht bekannt. Die Kriminalpolizei ermittelt weiter. Hinweise, dass sich Förderbänder von allein entzündet hätten, gebe es bisher nicht, so Henning Krumrey.

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