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SL Naturenergie muss warten

Kein Zuschlag für Windrad

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MARL - Die SL Naturenergie hätte gerne schon jetzt ein 186 Meter hohes Windrad westlich des Schachts Polsum gebaut. Doch die Bundesnetzagentur hat ihr keinen Zuschlag erteilt.

Im bundesweiten Ausschreibungsverfahren für Windräder an Land haben 83 andere Unternehmen offenbar günstigere Gebote abgegeben und von der Bundesnetzagentur den Zuschlag erhalten.Vorerst kann die SL Naturenergie nicht bauen. So wie 48 weitere Konkurrenten hat sie das Nachsehen.

„Knapp vorbei ist auch daneben“, sagt Joachim Schulenburg, Abteilungsleiter für Projektentwicklung bei der Firmentochter SL Windenergie. Nun werde die kaufmännische Abteilung prüfen, ob sie den Preis ändert und in einigen Monaten ein neues Gebot abgeben. Wie Schulenburg ausführt, spielte für die Bundesnetzagentur nur der Preis eine Rolle: „Formale Fehler haben wir nicht begangen. Und nach Qualitätsmerkmalen wird nicht entschieden.“ Zuletzt schrieb die Bundesnetzagentur alle drei Monate Windenergie-Anlagen an Land aus. Demnach könnte die SL Naturenergie im Mai ein neues Gebot abgeben. „Wenn wir den Zuschlag erhalten, können wir jede Sekunde anfangen, zu bauen“, sagt Joachim Schulenburg. Denn die Kreisverwaltung hat das SL-Windrad bereits genehmigt.

Unternehmen will Bürger beteiligen

Wie berichtet, soll die Anlage rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom jährlich produzieren. Sie soll der gleiche Windrad-Typ sein wie der in Sinsen, an dem sich Marler und Oer-Erkenschwicker mit Darlehen von insgesamt 900.000 Euro beteiligt hatten. (Jeder musste mindestens 2500 Euro, durfte maximal 25.000 Euro anlegen). Auch am Polsumer Windrad will das Unternehmen die Bürger beteiligen.

Es wäre das zweite Windrad in Polsum nach dem neuen Elwea-Windrad an der Buerer Straße. Es soll ab sofort Strom für jährlich 1750 Haushalte liefern. Der Bergbaukonzern RAG will ebenfalls ein Windrad am Schacht Polsum bauen. Er lässt seinen Genehmigungsantrag aber ruhen, weil planungsrechtliche Fragen nicht geklärt sind. Die Bürgerinitiative Gegenwind kämpfte lange gegen die Anlagen in Polsum, scheut aber das finanzielle Risiko einer Klage. Aktuell drehen sich Rotoren an sechs Anlagen in Marl (siehe Grafik).

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