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Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Eichenstamm entlang.

Nest auf Spielplatz

Eichenprozessionsspinner in Hamm entdeckt

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MARL - Laut Zentralem Betriebshof stecken die Insekten aber noch im Wachstum.

In Hamm ist das erste Nest von Eichenprozessionsspinnern auf dem Spielplatz an der Ecke Amselstraße/Sperberstraße entdeckt worden. Auf Nachfrage unserer Zeitung und auf den Hinweis einer E-Mail-Schreiberin reagierte der Zentrale Betriebshof der Stadt gestern umgehend. Umweltberater Julian Wagner fuhr selbst zum Spielplatz und nahm das Nest in Augenschein, um festzustellen, ob es überhaupt ein Nest des Eichenprozessionsspinners ist. „Zurzeit haben die Raupen noch nicht die für sie so typischen weißen Härchen. Das Nesselgift, das für den Menschen gefährlich ist, ist noch nicht vollkommen in die Härchen vorgedrungen. Damit sind die Tiere zum einen nicht immer mit bloßem Auge sofort zu sehen – vor allem, wenn sie in den oberen Ästen unterwegs sind. Zum anderen haben sie aktuell dann auch noch nicht die Gefährlichkeit, da das Gift eben noch nicht so konzentriert ist“, erläuterte Stadtsprecher Rainer Kohl.

Gleichwohl habe Julian Wagner gestern Nachmittag bereits einen Schädlingbekämpfer informiert und bestellt. Er käme voraussichtlich am Donnerstag. Automatisch gesperrt werde der Spielplatz bis dahin aber nicht. „Solange die Härchen noch grün und nicht weiß sind, sind sie wie schon gesagt in der Regel ungefährlich“, wiederholt Rainer Kohl. Eltern müssten im Zweifel selbst entscheiden, ob sie den Spielplatz bis Donnerstag nutzen oder lieber auf eine andere Spielmöglichkeit ausweichen. Gleichwohl rät er, die Raupen zu beobachten – sobald die Weißfärbung da sei, sollte man einen Bogen um die Nester machen.

Vorsorgemaßnahme auf der Langehegge

Generell würde der ZBH Spielplätze, Kindergärten und Schulen auf Nester von Eichenprozessionsspinnern überprüfen. Sollten Bürger an öffentlichen Orten Nester entdecken, sollten sie sie umgehend Umweltberater Julian Wagner Tel. 99 54 27, melden. Dann könnten sie bekämpft werden. Befinden sich die Nester auf privatem Grund und Boden, sei der ZBH nicht zuständig. „Wir geben aber bei Fragen gerne Tipps“, so Rainer Kohl. Julian Wagner könne von Grundstückseigentümern gerne kontaktiert werden. Am Mittwoch startet die bereits angekündigte Präventivmaßnahme auf der Langehegge. 50 bis 60 Bäume werden vorbeugend mit Neemprotect behandelt, einem Extrakt des Mangrovenbaumes. Das Mittel soll den Verdauungstrakt der Raupen so stark schädigen, dass sie das für Mensch und Tier gefährliche dritte Larvenstadium nicht erreichen und absterben. Auch an der Halterner Straße sollen die Eichen mit dem Mittel bespritzt werden.

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