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Die Bewohner der Zechenkolonie an der Triftstraße blicken sorgenvoll in die Zukunft. Nach dem Verkauf der Grundstücke droht ihren Gärten das Aus durch den Abrissbagger.

Neubau an der Triftstraße

Plötzlich ist der Garten weg

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MARL - Bewohner der Triftstraße wussten, dass der Moment kommen könnte, an dem sie ihre Gärten aufgeben müssen. Dass es wirklich so kommt, war und ist für sie ein Schock. Aber so steht es in ihren Verträgen.

In der Triftstraße in Marl-Hamm sollen 33 Reihenhäuser gebaut werden. Das Problem dabei: Die betroffenen Grundstücke werden von den Anwohnern seit vielen Jahren als Gärten genutzt. Die Grünflächen gehören zu einer Zechensiedlung, wie sie für den Pott typischer nicht sein kann. An der Fahrbahn stehen kleine Reihenhäuser, dahinter findet man Garagen und großzügige, gepflegte Gärten. Eine Idylle, die bald der Vergangenheit angehören könnte.

Die Bewohner erfuhren davon am Freitag, den 13. Juli. Peter Herden und seine Frau Dagmar leben seit 43 Jahren in der Siedlung. Auch sie traf die Nachricht von den Bauabsichten wie ein Schock — wenn auch nicht ganz unerwartet. Wie die meisten ihrer Nachbarn sind auch die Herdens Eigentümer ihres Hauses. Für den Garten allerdings haben sie nur einen sogenannten Grabelandvertrag. Dieser berechtigt sie zur Nutzung des Grundstücks, bei einem Verkauf durch den Besitzer hat Familie Herden aber keinen Einfluss auf die Handlungen des Eigentümers, in diesem Fall die Vivawest GmbH. „Dass das irgendwann passieren kann, war uns allen immer bewusst,“ gibt Peter Herden zu. „Man hat uns aber gesagt, dass die Grundstücke für die Erschließung zu klein und zu teuer wären. Die Siedlung gibt es seit den 1920er-Jahren und jetzt passiert so was."

Auf Nachfrage antwortete uns Vivawest, dass die Pachtflächen den Anwohnern nicht zum Kauf angeboten werden. Zur Klärung der Bebaubarkeit sei ein Bebauungsplanverfahren erforderlich, das etwa zwei Jahre in Anspruch nimmt.

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