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Hier ist keine No-Go-Area: Die Anwohner der Merkurstraße 2 bis 18 machen deutlich, dass sich ihr Wohnkomplex vom sozialen Brennpunkt um die Rundbebauung am Bahnhof Marl-Mitte deutlich unterscheidet. Die meisten Bewohner sind Rentner und leben in Eigentumswohnungen. Deren Erhalt ist ihnen wichtig

Nicht überall brennt's

Merkurstraße ist keine No-Go-Area

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MARL - Bewohner der Merkurstraße beschweren sich über das negative Image ihrer Siedlung. Einige würden gerne den Straßennamen ändern.

Klaus Wojciechowski ist verärgert. Auslöser war der Bericht der Marler Zeitung über den geplanten Neubau eines Spielplatzes an der Merkurstraße. Hier wohnt Klaus Wojciechowski seit 27 Jahren. Konkret störte ihn der Kommentar, dass sich Marls Stadtkern-Ost, zu der die Merkurstraße gehört, von einem sozialen Brennpunkt in eine No-Go-Area verwandeln könnte. Davon könne keine Rede sein. Was ihn und andere Anwohner aufregt, ist, dass die Merkurstraße immer wieder in ihrer gesamten Länge in den „Brennpunkt-Topf“ geworfen werde.

Vor Ort, auf dem Parkplatz vor den Häusern vier bis acht, verdeutlichen uns Klaus Wojciechowski und weitere Anwohner, was sie meinen. „Sehen Sie sich um, hier ist alles intakt.“, sagt Wojciechowski. Tatsächlich ist das Gelände frei von Laub oder Müll. „Was bei der Merkurstraße immer übersehen wird, ist, dass dieser Teil hier anders ist, als der Rest der Siedlung.“ erklärt Klaus Wojciechowski. Damit spielt er auf den Rundbau gegenüber dem Bahnhof Marl-Mitte an, der durch kriminelle Delikte immer wieder in die Schlagzeilen geriet.

Gute Wohnlage, schlechtes Image

Sein Nachbar Udo Baumann ist mit der Wohnlage ebenfalls zufrieden, ihn stört aber das negative Image daran. „Wenn ich Taxifahrern als Ziel Merkurstraße nenne, zucken manche schon fast zusammen,“ sagt Baumann. Nuray Caya fragt sich, warum der Wohnkomplex überhaupt zur Merkurstraße gezählt wird, während das gegenüberliegende Gebäude der neuma zur ihrer Meinung nach klangvolleren Willy-Brandt-Allee gehört. Das bringt einige Anwohner auf eine Idee: „Am liebsten wäre mir, die Häuser zwei bis 18 hätten einen anderen Straßennamen“, sagt Eduard Spermann.

Bis auf die Wohnungen der Hausnummer acht handelt es sich in dem Komplex um Eigentumswohnungen. Die Bewohner sorgen sich darum, dass deren Wert durch die Berichte über Kriminalität sinken könnte. Daran, dass in den letzten Jahren aber jemand seine Wohnung verkauft hätte, kann sich aber niemand erinnern.

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