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Hier ist die Natur noch in Ordnung: Humboldt-Pinguine und Kormorane tummeln sich im Nationalpark Punta San Juan, Schutzgebiet an der Küste Perus, nahe der Atacama-Wüste.

Ölfelder, Pfeilgiftfrösche und Taranteln

Marler Meeresbiologe auf Forschungstour im Regenwald

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MARL - Gespannt reiste der Marler Meeresbiologe Prof. Frithjof Küpper zu Forschungszwecken in den Amazonas-Regenwald Ecuadors, einen der artenreichsten Flecken der Erde. Wege gibt es dort kaum. Erst nach einer abenteuerlichen, stundenlangen Reise mit Kanus und Geländewagen kam der Wissenschaftler dort an.

„In vier Tagen sah ich hunderte von Pflanzenarten, Affen, Papageien, Kaimane, Fledermäuse, einen Tapir, zwei Taranteln von Handgröße, auch einen der Pfeilgiftfrösche und eine sehr giftige Korallenschlange“, erzählt Küpper. Gegen Stechmücken und Ungeziefer schützte er sich mit langärmeliger Kleidung.

Im Regenwald besuchte er seine ehemalige Studentin Gabriela Vinueza Hidalgo, die dort eine Forschungsstation leitet. Ihr Messturm stellte Werte fest, die Küpper beunruhigen: Nach Waldbränden und bei Dürre gebe der Regenwald mehr vom Treibhausgas CO2 (Kohlenstoffdioxid) ab, als er aufnimmt. Solche Reaktionen von Waldgebieten auf den Klimawandel sieht Frithjof Küpper als Riesenproblem an: „Das kann auch in Deutschland passieren.“

Brandrodungen und Zivilisationsmüll

Nach seinem Staatsbankrott 2008 beliefere Ecuador Kreditgeber China mit 90 Prozent seines Öls, berichtet der Biologe. Die Verschuldung des Landes führe also zur Erschließung immer neuer Ölfelder in unberührten Teilen des Amazonas-Gebiets. Durch Leckagen bei der Ölproduktion seien große Teile des Waldes verseucht. Jetzt versuchten Ureinwohner, die zuvor Nomaden waren, das Holz des Waldes zu Geld zu machen. Entlang der Ölpisten des Konzerns Repsol gebe es Brandrodungen und Haufen Zivilisationsmüll.

60 Kilometer weiter, berichtet der Marler, lebten immer noch Stämme, die sich mit Gewalt jedem Kontakt mit der Außenwelt widersetzten – und Ölarbeiter, Holzfäller oder unbedachte Abenteurer mit Speeren umbrächten.

Vor seinem Aufenthalt am Amazonas besuchte der Marler Wissenschaftler im Nachbarland Peru eine Doktorandin. Sie erforscht an der Küste der Atacama-Wüste die Ökologie des Gezeitenbereichs: Wenn El Niño im Pazifik tobt, d. h. wenn anomale Strömungen auftauchen, dann brechen die Fischbestände im erhitzen Ozean zusammen. Der Klimawandel ist überall...

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