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Einige Anlagen im Chemiepark konnten ebenfalls besichtigt werden.

Tag der offenen Tür im Chemiepark

Das passiert hinter den Werkstoren

MARL - Wieso Windeln Flüssigkeit absorbieren und nichts nach dem kleinen Geschäft heraustropft, war nur ein Geheimnis, das Besucher beim Tag der offenen Tür des Chemieparks am Samstag erfuhren. So viel vorweg: Es ist kein eingenähter Schwamm.

Die geheime Zutat lautet Acrylsäure, aus der ein Superabsorber entsteht. Der hält die Flüssigkeit fest. Unternehmenssprecher Tobias Römer spricht von mindestens 10.000 Besuchern, die sich am Samstag die Acrylsäureanlage und viele weitere Gebäude angeschaut haben. Zum Vergleich: im Chemiepark arbeiten rund 10.000 Beschäftigte. „Die Parkplätze waren rappelvoll“, sagt Römer. Die Besucher kamen aus dem ganzen Ruhrgebiet und Teilen des Münsterlandes. Deren erste Anlaufstelle war ein Veranstaltungszelt vor den Toren des Chemieparks, in dem die ansässigen Unternehmen wie die Evonik Industries AG, die Vestolit GmbH oder Sasol Germany GmbH über ihre Produkte informierten. Auch die Werkfeuerwehr präsentierte sich und ihren Multikopter. Es handelt sich dabei um ein Projekt, das im Zuge der Digitalisierungsoffensive der Evonik Industries in Kooperation mit der Werkfeuerwehr entstanden ist und dort auch angesiedelt ist. Mit den sogenannten Multikoptern hat die Feuerwehr die Möglichkeit, bei Einsätzen auf die mit sechs Rotoren ausgestatteten Flugkörper zurückzugreifen. Brände könne man mit denen nicht löschen, wie Christian Ronig, Leiter der Werkssicherheit, sagt. „Jedoch kann man sich durch die installierten Kameras einen genauen Überblick aus der Luft verschaffen“, so Ronig.

Darüber hinaus bot die Werkfeuerwehr Fahrten in ihrem Teleskopmastfahrzeug an. Silvia Nischik, Birgit Bugdoll, Michael Nischik und Iris Trost aus Herten ließen es sich nicht nehmen, das Werksgelände aus 42 Meter Höhe zu betrachten. Der Blick reichte bis in ihre Hertener Heimat. „Für Außenstehende wirkt der Chemiepark immer sehr unnahbar – man muss es sich vor Ort angucken, sagt Michael Nischik.

Wer nach der weitläufigen Übersicht aus der Luft ganz genau auf die Arbeit schauen wollte, war bei einem Forschungsprojekt der Evonik Creavis GmbH richtig. Mitarbeiter Matthias Lamping forscht seit kurzem an einem Projekt, dessen Ziel es ist, die Wirkung der Kieselsäure als Schleifmittel in Zahncreme zu verbessern. „Gerade Kindern sollten wir vermitteln, wie wichtig Zähneputzen ist“, sagt Matthias Lamping. Abwechslung bei der Zahncreme könnte helfen, sie zu motivieren. „Daher wollen wir eine Zahncreme entwickeln, die beispielsweise eine andere Farbe hat oder im Optimalfall auch anders schmeckt“, sagt Lamping.

Um weiter in den Chemiepark vordringen zu können, waren Shuttle-Busse notwendig. Einige Areale blieben gesperrt. „In den Industrieanlagen hantieren wir mit gefährlichen Stoffen. Wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden“, sagt Unternehmenssprecher Tobias Römer. Das habe aber nicht jedem Besucher gefallen, wie er sagt. Auf den gesamten Tag bezogen zieht Standortleiter Dr. Jörg Harren aber ein positives Fazit. „Es war ein schöner Tag“, so Harren. Er sei mit Resonanz und Ablauf sehr zufrieden.

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