Polizei ermittelt

Marler soll Shetland-Pony belästigt haben

MARL - Ein 63 Jahre alter Marler soll am Pfingstsonntag in einem Kirchhellener Reitstall in die Box von Shetland-Pony Mandy eingestiegen sein. Nach Angaben der Besitzerin habe er vorgehabt, sich an dem Pferd sexuell zu vergehen. Doch das habe sie noch gerade verhindern können.

„In über 20 Jahren im Reitverein ist mir so was noch nicht untergekommen“, sagt Hans-Jürgen Fratzser (60), Betriebsleiter des Reithofs. Er ist darüber entsetzt, was seine Vorstandskollegin am Pfingstsonntag gesehen haben will. Als die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Sterkrade, Mirjam Galgalewicz (41), gegen 12.30 Uhr zur Reitanlage kam, sei ihr ein fremder SUV vor der Reithalle aufgefallen. Dessen Fahrer habe sie in einer Stallgasse mit Pferdeboxen gefunden: „In der Box von meinem Shetland-Pony Mandy stand ein Mann um die 60 und versuchte, seine Faust in mein Pferd einzuführen“, erzählt sie noch immer fassungslos.

Als sie den Mann ansprach, habe der versucht, sich herauszureden: „Er erzählte mir, dass Mandy gestürzt sei und er ihr aufhelfen wollte. Aber Mandy hatte nirgendwo Spuren eines Sturzes.“ Auf die Frage, was er in der Anlage mache, soll er gesagt haben, dass seine Nichte im Stall gegenüber reiten würde. „Einen Namen konnte er mir aber nicht geben“, so Galgalewicz. Sie wollte daraufhin die Polizei rufen, doch der Mann habe versucht, sich aus dem Staub zu machen. Sie habe ihn dann festgehalten und um Hilfe gerufen. Denn auch Hans-Jürgen Fratzser war im Gebäude. Beide bugsierten den Mann nach eigenen Angaben daraufhin in eine leer stehende Pferdebox, bis die Polizei kam.

Festnahmerecht oder Freiheitsberaubung?

Sie nahm den 63-jährigen Marler mit auf die Wache. Gegen ihn wird nun wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Doch auch der mutmaßliche Täter erstattete Anzeige. Freiheitsberaubung oder berechtigte Festnahme?

Er beschuldigt Fratzser der Freiheitsberaubung und der Körperverletzung, da er, als er in die Box gedrängt wurde, gestürzt sei. Ob die Mitglieder des Reitvereins tatsächlich das „Festnahmerecht von jedermann“ überschritten habe, ermittelt die Polizei. Shetland-Pony Mandy ist bei der ganzen Aktion nichts passiert. Ein Tierarzt hat keine Verletzungen festgestellt.

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