+
Für die Sanierung der Rathaustürmen will die CDU einen Generalunternehmer verpflichten.

Rathaussanierung

Günstiger durch Generalunternehmer?

  • schließen

MARL - In drei Jahren sind die errechneten Kosten für die Rathaussanierung von knapp 40 Millionen Euro auf rund 70 Millionen Euro geklettert. Jetzt soll laut Ratsbeschluss nach Einsparmöglichkeiten gesucht werden.

Nachdem der Rat der Stadt das Bürgerbegehren „Rathaussanierung stoppen!“ abgelehnt und die Initiative daraufhin Klage gegen den Ratsbeschluss angekündigt hat, meldet sich nun die CDU-Fraktion zu Wort. In einer Arbeitsgruppe haben die Marler Christdemokraten die Sanierungskosten unter die Lupe genommen und sehen nun viele Ansätze, die 70 Millionen Euro deutlich zu reduzieren. „Jetzt können wir noch eingreifen. Aber es muss schnell gehandelt werden“, betont der Fraktionsvorsitzende Thomas Terhorst mit Blick auf die Vorschlagsliste.

Die Rathaussanierung käme nach Berechnung der CDU bereits um 5,6 Millionen Euro günstiger, wenn die Stadt für alle Gewerke einen Generalunternehmer verpflichtete, statt einzelne Bauteile zu vergeben. Die Stadt Marl hat 2018 für die Sanierung des denkmalgeschützten Rathauskomplexes bereits eine Förderzusage über 5,06 Millionen Euro aus dem aus dem NRW Städtebauförderprogramm erhalten. Allerdings bezieht sich die Zusage auf das Zentralgebäude. Es wäre also nicht förderschädlich, wenn die Sanierung der Bürotürme durch ein beauftragtes Unternehmen erfolge, so die Einschätzung der CDU.

Offene Büros ohne feste Arbeitsplätze

Schon im Dezember hatte die städtische Baudezernentin Andrea Baudek darauf hingewiesen, dass bei den Büros durch Gipswände sowie den teilweisen Verzicht auf Sonnenschutz und Klimatisierung rund 3 Millionen Euro gespart werden könnten. Die CDU sieht ebenfalls Sparpotenzial bei den Büros, wenn sie mit modernen Konzepten neu überdacht werden. Ihr Stichwort heißt „Multi Space“ (offene Räume ohne fest zugewiesene Arbeitsplätze). Beim Innenausbau, bei der Sanierung und beim Brandschutz könnten damit Kosten gesparte werden, so das Fazit der Arbeitsgruppe. „Digital und bürgerfreundlich“ soll das Rathaus nach der Sanierung sein, so der Fraktionsvorsitzende Thomas Terhorst. „Mit der aktuellen Planung sind wir nicht zukunftsorientiert“, ergänzt Thomas Güttler, sachkundiger Bürger der CDU im Rat und Mitglied der CDU-Arbeitsgruppe.

Mit Einnahmen durch die Vermarktung der städtischen Immobilien Bauturm an der Liegnitzer Straße und Riegelhaus am Marler Stern, wenn alle städtischen Verwaltungsabteilungen ins Rathaus eingezogen sind, will die CDU die Bilanz der Rathaussanierung ebenfalls verbessern. Auch beim Thema Energieversorgung haben die Marler Christdemokraten einen neuen Vorschlag: „Warum denken wir nicht über ein integriertes Energiekonzept für die gesamte Stadtmitte nach und bauen ein Blockheizkraftwerk“, schlägt Thomas Terhorst jetzt vor.

Und schließlich bringt die CDU ein Modell ins Gespräch, mit dem sich aus ihrer Sicht bei der Sanierung 12 Millionen Umsatzsteuer sparen lassen. „Wir könnten einen Eigenbetrieb der Stadt gründen, der das Rathaus kauft“, so Terhorst. Zwar müsse die Stadt für ihre Immobilie später Miete entrichten, doch mit den genannten Einsparungen rechne sich das Modell. In der Bilanz der Stadt Marl wird das nicht sanierte Rathaus zurzeit mit vier Euro geführt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Drastischer Lebensmittel-Rückruf - Behörden lösen sogar per „Katwarn“-App Gefahren-Alarm aus
Drastischer Lebensmittel-Rückruf - Behörden lösen sogar per „Katwarn“-App Gefahren-Alarm aus
Einstimmung aufs "Fest der Feste": 150 Weihnachtsmärkte der Region auf einen Blick
Einstimmung aufs "Fest der Feste": 150 Weihnachtsmärkte der Region auf einen Blick
Sternschnuppen im November 2019: Wann erreichen Leoniden ihr Maximum? 
Sternschnuppen im November 2019: Wann erreichen Leoniden ihr Maximum? 
So kam dieser Ladenbesitzer in Herten einem iPhone-Betrüger auf die Schliche
So kam dieser Ladenbesitzer in Herten einem iPhone-Betrüger auf die Schliche

Kommentare