Rentner muss Geldstrafe zahlen

Radfahrer mit Cabrio angefahren

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MARL - Das Schöffengericht hat einen Rentner (71) aus Marl wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt. Strafverteidiger Martin Röper und sein Mandant waren mit dem Urteil sehr zufrieden.

Es hätte weitaus schlimmer für den Rentner kommen können. Denn angeklagt waren ursprünglich ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, eine gefährliche Körperverletzung und die Unfallflucht (wir berichteten). Am 12. Mai 2016 bog der Rentner mit seinem roten BMW Cabrio von der Barkhausstraße in die Straße „Am Theater“ ein. Dabei sollen ihn zwei Radfahrer geschnitten haben. „Die kamen da rücksichtlos angebraust“, so der Angeklagte. Nach dem Beinnahe-Unfall gerieten der Rentner und der 20-jährige Radler aneinander.

Nach wechselseitigen Beleidigungen soll der Rentner den Radler, der auf seinem Mountainbike saß, absichtlich angefahren und leicht verletzt haben. Der Rentner gab an, er habe sich von den jungen Burschen bedroht gefühlt. Er habe schnell aus seinem Cabrio aussteigen wollen, sei dabei von der Kupplung abgerutscht. Das Fahrrad wurde beschädigt. An dem BMW Cabrio fand die Polizei weder Macken noch Fremdpartikel.

Das Schöffengericht folgte am zweiten Prozesstag weitgehend der Argumentation des Verteidigers Martin Röper. Dass der Angeklagte mit seinem Fuß von der Kupplung abgerutscht sei, sei nicht zu widerlegen. „Ob der Angeklagte bewusst auf den Radfahrer zugefahren oder von der Kupplung abgerutscht ist, konnten wir nicht klären“, sagte Richterin Britta Jungclaus. Deshalb sei ein Schädigungsvorsatz nicht feststellbar. Ebenso wenig sei dem Angeklagten nachzuweisen, dass er den Unglücksfall bewusst habe herbeiführen wollen. Staatsanwalt Marco Papa hatte eine achtmonatige Bewährungsstrafe gefordert. Er war davon überzeugt, dass der Rentner den Radler absichtlich angefahren hat.

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