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Gruppenbild mit Dame und mehreren Generationen: Für die "Rock'n'Rollators" spielt das Lebensalter keine so große Rolle, wenn sie ihre Musik spielen. Harte, gefühlvolle Töne sind angesagt.

Bei den Rock'n'Rollators

Harter Rock ist auch eine Frage des Feingefühls

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Generationen-Grenzen? Kennen die "Rock'n'Rollators nicht. Dass ihr ältestes Mitglied fast dreimal so alt ist wie ihr jüngstes, finden sie eher amüsiert, nicht problematisch. Das rockende Sextett spielt in Hallen und Kneipen so gern wie auf Geburtstagsfeiern und Gemeindefesten, mal hart, mal poetisch-balladenhaft. Bekannte Songs aus Jahrzehnten stehen immer auf dem Programm, Schlager nie.

Die Rollators können den Boden beben lassen. Wenn sie Hits nachspielen – aktuelle oder Jahrzehnte alte –, dann heißt das noch lange nicht, dass sie auch Tempo, Takt und Rhythmus übernehmen. Siggi Noack (61), einer der Band-Gründer und seit 40 Jahren musikalisch aktiv: „Wir drehen kräftig an der Geschwindigkeitsschraube.“ Auch sonst gehen die Rollators freizügig mit dem Material um. Da wird aus „What‘s up“ von den Four Non Blondes auch mal ein Reggae.

Dabei wehren sich die Musiker gegen Vorurteile, Rocker hämmerten nur wild drauflos. Schlagzeuger Siggi Gorski: „Rock 'n' Roll hat viel mit Gefühl und Harmonien zu tun.“ Gerade bei gefühlvollen, aktuellen Liedern gehe da manches durcheinander: „Dabei schalte ich das Radio aus.“

Wenn die Rollators lachen, dann gern auch über sich selbst. Wer genau hinsieht, liest schon auf ihrem Bandplakat den Untertitel: „Betreutes Musizieren“. Der Besucher lächelt, die Musiker lächeln zurück. Ist Altwerden ein Problem für einen Rock‘n‘Roller? Nein, aber ein Anlass für ein paar kernige Sprüche. Zwei Antworten auf die Frage, ob die Musiker auch mit 80 noch harten Rock spielen wollen: „Na klar, wenn ich dann noch stehen kann!“ – „Das machen uns die Rolling Stones doch vor!“

Wer eine Probe mit offenen Augen und Ohren verfolgt, der merkt schnell: Für die Musiker geht es um mehr als um den Spaß am Musikmachen. Rock 'n' Roll, das ist auch für die Musiker ein Mittel, Frust, Ärger oder überbordende Lebenslust herauszulassen. Einige Musiker kennen sich aus einer Vorgänger-Band, die sich trennte. Sängerin Ela: „In der Findungsphase dazwischen bin ich ohne Band zu Hause fast bekloppt geworden.“

Die Rock‘n‘Rollatoren sind live zu erleben am 25. April in der Moerser Kneipe „Die Röhre“, am 9. Mai im „Haus OE“ (Castrop-Rauxel) und am 13. Juni beim Pfarrfest von St. Josef in Drewer.

Keiner widerspricht: Der gemeinsame Proben-Abend ist keine lästige Pflicht, sondern ein Grund zur Vorfreude – selbst wenn die Musiker wie Gitarrist Peter Andrikopoulos sich erst durch diverse Staus auf dem Weg zum Probenraum quälen müssen.

Sehen Sie hier zwei Videos von Auftritten der Rock'n'Rollators:

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