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Günter Braunstein (li.) und Florian Putz überzeugten mit Pink Floyds „Money“.

Rockpop-Konzert

Wir-Gefühl mit Händel und Pink Floyd

MARL - In der Aula der Scharounschule erlebt das begeisterte Publikum beim vierten Rockpop-Konzert der Musikschule eine abwechslungsreiche Reise durch viele Stilrichtungen.

Das vierte Rockpop-Konzert der Marler Musikschule verströmt am Samstagabend ein starkes „Wir-Gefühl“ in der Aula der Scharounschule. Unter Markus Hecks Federführung wurde am Konzept gefeilt, während die jungen Akteure mit Herzblut ihr Können weiterentwickelten. Sie nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Popgeschichte, bei der die Gegenwart nicht zu kurz kommt. Mit Ehrgeiz und Leidenschaft geht es kontrastreich zur Sache: Nach einem düster-bombastischen Einstieg mit Pink Floyds „The Wall“ demonstriert André Buttler mit der Jungen Vielharmonie, wie mit dem 70er-Disco-Hit „YMCA“ der Village People hellwach groovende Präzision aus einem Orchester herausgekitzelt wird.

Einfühlsam auf die individuellen Stimmen-Charaktere maßgeschneidert wirken die zahlreichen Vocal-Beiträge dieses Abends: Johanna Kolodziej katapultiert Ina Deters „Neue Männer braucht das Land“ mit ordentlich Druck in der Stimme ins Hier und Jetzt. Johanna Jockenhöfer entkleidet „The Power of Love“ von jedem Pathos, was einer ungeahnten Intimität Raum verleiht. Ein Beitrag von Benita Botterhuis wirkt wie ein Appell gegen die Erstarrung der Popmusik in zu viel Retro-Kultur: Ihre persönlichen Gedanken und ambitionierten musikalischen Ideen fließen in eine melancholische New-Wave-affine Nummer, die sie mit dunkler Stimme in Szene setzt.

Rock trifft Klassik

Rock? Klassik? Barock? Popmusik? Das eine geht nicht ohne das andere an einer modernen Musikschule. Beim Rockpop-Konzert erfährt ein eher „klassisch“ aufspielendes Streicherduo mächtig Unterstützung durch eine explodierende Rock-Rhythmusgruppe – in einer Händel-Passacaglia! Die Rechnung geht auf: Dieses furiose Statement einer gelebten musikalischen Offenheit hätte den barocken Meister vermutlich vom Stuhl gerissen.

Pink Floyds „Money“ ist nicht nur eine heute mehr denn je gültige Kritik am Turbokapitalismus, sondern auch ein Referenzstück, um den Klang jeder guten Stereo-Anlage auszureizen: In der fabelhaften Sharoun-Aula-Akustik kreierte die Liveband des Abends ein wohl noch mächtigeres Sounderlebnis – mit einem Duell zwischen Saxofonist Günter Braunstein und Gitarrist Florian Putz als Höhepunkt.

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