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Die Trauerhalle auf dem Friedhof an der Sickingmühler Straße hat bald ausgedient. 2020 wird auf der Rückseite des Gebäudes neu gebaut.

Sanierung lohnt sich nicht

Friedhof erhält neue Trauerhalle

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MARL - Für 1,2 Millionen Euro entsteht auf dem kommunalen Friedhof an der Sickingmühler Straße ein würdiger Ort zum Abschiednehmen.

Die Trauerhalle auf dem 11,6 Hektar großen Hauptfriedhof der Stadt Marl aus dem Jahr 1974 war ursprünglich nur als Provisorium gedacht. 1986 kam dennoch ein Anbau mit Kühlzellen und Aufenthaltsräumen für Bestatter dazu. Nach der Bestandsaufnahme kamen die städtischen Planer zu dem Schluss: Nur eine große Sanierung hätte das Gebäude retten können. Vom Flachdach bis zur Sanitär-, Heizungs- und Elektrotechnik besteht grundlegender Renovierungsbedarf, es gibt keine barrierefreien Toilettenanlagen. Durch Fenster und Türen zieht es, der Fußboden müsste erneuert werden. Auch das gesamte äußere Erscheinungsbild ist aus Sicht der Verwaltung weder zeitgemäß noch angemessen für Trauerfeiern. Theo Beltrop vom Amt für Immobilienwirtschaft stellte jetzt den Entwurf für eine neue Trauerhalle im Ausschuss für Grünflächen den Ratsfraktionen vor. „Wir wollen einen würdigen Rahmen für Bestattungen schaffen. Es wäre unverantwortlich, noch in dieses Gebäude zu investieren“, betonte er.

Sitzplätze für 84 Besucher

Trotzdem sei es bei der Planung vor allem auf die Zweckmäßigkeit des Gebäudes angekommen. Der geplante Neubau liegt etwa gegenüber der alten Trauerhalle und grenzt an den bestehenden Wirtschafts- und Betriebshof an, der weiter genutzt wird. Es gibt wie bisher eine Trauerhalle, die Sitzplätze für 84 Besucher bieten wird. Der Eingang bekommt ein weitläufiges Vordach, um Besucher vor Regen zu schützen, die keinen Platz mehr in der Halle finden. In einem angrenzenden Trakt werden öffentlich zugängliche Toiletten gebaut, davon ist eine barrierefrei. In demselben Trakt sind auch die Kühlzellen für Verstorbene untergebracht. Der Zugang erfolgt über den Wirtschaftshof. Der Baubeginn für die neue Trauerhalle ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Bis zur Fertigstellung wird die bestehende Halle weiter genutzt, danach soll sie abgerissen werden. Alle politischen Fraktionen im Grünflächenausschuss gaben ihre Zustimmung zum geplanten Neubau.

Der städtische Friedhof an der Sickingmühler Straße ist der größte der sieben städtischen Friedhöfe in Marl. Aus seiner Größe leitet sich jetzt auch die Notwendigkeit ab, hier eine neue Trauerhalle zu bauen. Denn es gibt zwar keine gesetzliche Pflicht, auf jedem Stadtteilfriedhof eine Leichenhalle vorzuhalten. Größere Friedhöfe müssen jedoch Aufbewahrungsmöglichkeiten mit Kühlzellen vorhalten. Angehörige sollen sich in angemessenen Räumen von Verstorbenen verabschieden können.

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