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Die 28-jährige Jana Cremer-Joppien sorgt für Sicherheit im Chemiepark Marl. Sie ist eine von nur vier Frauen im 50-köpfigen Werkschutz-Team und blickt auf sieben Jahre Berufserfahrung zurück.

Sicherheit geht vor

Die Komfortzone ist unbequem

MARL - Zu den wenigen weiblichen Werkschützerinnen im Chemiepark Mark gehört Jana Cremer-Joppien. Die 28-Jährige macht den Job seit sieben Jahren.

Nachmittags im Marler Chemiepark: Das Funkgerät im Einsatzfahrzeug fängt an zu rauschen. Anweisungen einer tiefen Männerstimme. Jetzt muss alles schnell gehen. „Ich bin schon unterwegs!“, antwortet Jana Cremer-Joppien und tritt aufs Gaspedal. Die 28-Jährige arbeitet seit sieben Jahren als Fachkraft für Schutz und Sicherheit beim Werkschutz im Chemiepark im Wechselschichtdienst. Die blaue Uniform mit den groben Sicherheitsschuhen lassen sie fast ein bisschen klein, aber dennoch stark wirken. „Ich war schon immer fasziniert davon, über meinen eigenen Schatten zu springen. Ich finde es wichtig, die eigene Komfortzone so oft es geht zu verlassen“, sagt Jana Cremer-Joppien.

Im Außendienst der Wechselschicht ist sie eine von vier Frauen unter 50 Mitarbeitern. „Ich habe schnell gelernt, dass es wichtig ist, sich durchzusetzen. Du darfst in diesem von Männern dominierten Berufsfeld nicht zu ,mädchenhaft‘ auftreten, um ernst genommen zu werden.“ Wirklich geschminkt zum Beispiel sei sie auf der Arbeit nie. „Aber beim Diskutieren, da bin ich doch ganz frau und muss alles bis ins Detail ausfechten.“ Ihre Hände greifen während der Fahrt zum Funkgerät. Weißer Rauch auf der anderen Seite des Parks. Im rasanten Tempo fährt Jana über das Gelände, das sie mittlerweile wie ihre Westentasche kennt.

„Der Chemiepark ist wie mein sicheres Nest“

Die gebürtige Essenerin ist für kleine Dinge wie Streife fahren oder Knöllchen verteilen bis hin zu gefährlichen Aufgaben wie Einbruchs- oder Brandverdacht zuständig. Angst, dass ihr als Frau etwas zustoßen könnte, hat Cremer-Joppien nicht: „Der Chemiepark ist sozusagen wie mein sicheres Nest. Hier sind überall Kameras, die mich im Blick haben und im Fall der Fälle habe ich sogar einen Notfallknopf. Selbst die Nachtschicht finde ich nicht schlimm. Im Sommer kann man hier die schönsten Sonnenaufgänge bewundern. Das ist dann fast ein bisschen romantisch.“ Erleichterung macht sich mittlerweile bei der toughen Frau breit: Der Rauch war eine Fehlmeldung. Sie zieht ihre Krawatte gerade und hält noch einmal Rücksprache mit der Zentrale. Bevor ihr Spätdienst endet und der Feierabend näher rückt, gibt es noch einen Austausch mit der nächsten Schicht.

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