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Ohne Böller und Feuerwerk geht es nicht, meinen die einen. Andere nervt die Knallerei besonders vor und nach Silvester.

Silvester ohne Knaller?

Feuerwerk sorgt für Diskussion

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MARL - Wenn es nach den Grünen geht, soll die Böllerei begrenzt werden. Das löst gespaltene Reaktionen aus.

Die Wählergemeinschaft Die Grünen stößt eine Diskussion über Silvesterfeuerwerke an: Am Silvestertag werde 15 Prozent der Menge an Feinstaub freigesetzt, die Autos und Lkw das ganze Jahr über erzeugen. Deshalb solle die Stadt nach Alternativen suchen. Der Rat soll sie beauftragen, ein zentrales Feuerwerk oder eine Lasershow anzubieten. Das schlagen die Ratsmitglieder Beate Kühnhenrich und Johannes Westermann vor. Auf unserer Facebook-Seite wird ihr Vorstoß stark diskutiert, er trifft auf geteilte Meinungen. Die Knallerei sei eine Belastung für Mensch, Haus- und Wildtiere, kritisieren die Grünen.

In den Niederlanden hätten bereits 56 Städte und Gemeinden ein „Böllerverbot“ erlassen. Zum Feinstaub kämen mit den vielen privaten Feuerwerken und Böllern giftige Chemikalien hinzu, die herunterrieseln und in den Boden gespült werden. Jedes Jahr erlitten Tausende Verbrennungen, Augenverletzungen oder Hörschäden durch Feuerwerke. Der Rat kann sich frühestens in seiner nächsten Sitzung am 14. Februar mit dem Grünen-Antrag befassen. Kritisch sieht ihn Daniela Ostrop: „Es hat Tradition ... gehört genauso dazu wie Tannenbaum und Geschenke zu Weihnachten.“ – Jerome Gibbins meint: „Auf einmal muss alles verboten werden? Es ist einfach lächerlich.“

„Ich werde nachts mit unseren Kindern mit Sicherheit nicht zu irgendeiner öffentlichen Party gehen. Die müssten dann wohl ohne Feuerwerk Silvester erleben“, antwortet Andreas Mix. Stephan Brücker schreibt: „Es geht doch um eine Diskussion, ob und wie sinnvoll das private Feuerwerk ist ... Den Tieren zuliebe könnte man wenigstens teilweise darauf verzichten. Nicht alles was Tradition hat, ist supitoll. Eventuell wäre einem schon geholfen, wenn man den Verkauf auf einen Tag beschränkt. Dieses Geballere an den Tagen vorher ist doch superätzend.“ „Find ich gut“, meint Andreas Kluck: „die meisten können heutzutage eh nicht mehr verantwortungsvoll mit Silvesterfeuerwerk umgehen.“ Michael Schröer: „Ich kaufe auch kein Feuerwerk mehr und schaue lieber zu, von daher wäre ein Zentralfeuerwerk oder eine Lasershow eine coole Idee.“

„Gutmensch vom Dienst“

„Funktioniert doch in Holland, warum nicht auch hier? Zumal ja schon Tage vorher und nachher Krach gemacht wird“, postet Stephanie Karola. Marlies Keienburg fände es sogar gut, private Feuerwerke zu verbieten: „Sorry es war auch mal Tradition, am 1. Januar mit Kehrblech und Besen die Reste von Feuerwerk zu beseitigen. Da diese Tradition nicht mehr gepflegt wird, kann man das mit dem Feuerwerk auch lassen.“ Melissa Seidel schreibt: „Wir, also meine Familie und ich, brauchen diese Tradition nicht. Ich weiß, keiner will es hören und man ist der Gutmensch vom Dienst ... Aber wenn wir an unsere Kinder denken würden, wären wir dagegen, damit auch unsere Kindeskinder auf einer halbwegs sauberen Erde leben. Ich bin dankbar, dass endlich darüber nachgedacht wird.“ „Lächerlich, privates Feuerwerk verbieten zu wollen“, ärgert sich Carsten Schäfer: „Als hätte Marl, Deutschland oder die Welt nicht andere Probleme ... Ihr Grünen habt doch ein Brett vorm Kopf.“

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