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Die Frage, die viele Marler beschäftigt: Wie teuer wird die Sanierung des Rathauses tatsächlich?

Sitzung beginnt um 15 Uhr

Rat stimmt über Rathaussanierung ab

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MARL - Am Donnerstag stimmt der Rat darüber ab, ob er grünes Licht für die Sanierung des Rathauses gibt. Für die Rathauserneuerung könnten laut Einschätzung der Stadtverwaltung 20 Millionen Euro aus Förderprogrammen des Landes nach Marl fließen.

Die Ratspolitiker müssen über eine Bausumme von 70,25 Millionen Euro entscheiden. Dass die sich den Sanierungsbeschluss nicht leicht machen, zeigte sich vor zwei Tagen im Haupt- und Finanzausschuss, in dem lange und heftig diskutiert wurde.

In der Sitzung muss aber die Entscheidung zumindest für den ersten Bauabschnitt her, bei dem die Rathaustürme und das Zentralgebäude saniert werden. Nach aktueller Rechnung kostet der 49,3 Millionen Euro. Für das Jahr 2018 sind bereits 39 Millionen Euro als kreditfinanzierte Investitionssumme für das Rathaus eingestellt. 10,24 Millionen Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes könnten dabei für Entlastung des Stadtsäckels sorgen. Der Förderantrag liegt bereits vor, allerdings wolle das Land auch durch einen Ratsbeschluss unterfüttert sehen, dass dieses Bauvorhaben in der Stadt gewollt sei, so Bürgermeister Werner Arndt. Die Frist dafür läuft am kommenden Montag, 1. Oktober, ab.

Weitere Kreditaufnahmen erfolgen jeweils zu den folgenden Bauabschnitten, erläuterte Kämmerer Michael Dinklage im Haupt- und Finanzausschuss. Für 21 Millionen Euro stehen im zweiten Abschnitt die Sanierung des Sitzungstrakts, das soziale Rathaus und die direkt an das Gebäude grenzenden Flächen wie Innenhöfe auf dem Programm. Die dritte Bauphase umfasst den Creiler Platz. Insgesamt, so die Rechnung der städtischen Planer, sind für die Rathaussanierung rund 20 Millionen Euro finanzielle Förderung des Landes möglich. 2024 soll das Rathaus wieder bezugsfertig sein.

Im Haushalt der Stadt stellt sich die Rathaussanierung ab dem Zeitpunkt, an dem es wieder genutzt werden kann, mit einer jährlichen Belastung von 3,2 Millionen Euro dar. Weder Kämmerer noch Bürgermeister sehen aber die Gefahr, dass andere Investitionsprojekte der Stadt dafür gestrichen werden müssten. Die finanzielle Größenordnung des Rathausprojekts lässt allerdings jetzt auch Politiker zögern, die der Sanierung erst uneingeschränkt zustimmten. Die SPD bleibt trotz der Kosten bei ihrer Zustimmung. „Wir haben mit dem Rathaus ein Erbe und die nachfolgenden Generationen ein funktionierendes Rathaus“, so Fraktionschef Peter Wenzel. Die CDU mahnte im Ausschuss an, Bauabschnitte auf Kostenreduzierung zu prüfen, signalisierte aber, grünes Licht geben zu wollen. „Wir haben mit dem Rathaus ein Gebäude, das die Stadt prägt“, so der Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Dargel.

Während die Fraktionen Bündnisgrüne und WiR nach wie vor beim Nein bleiben, forderte bum/FDP im Ausschuss, zunächst nur den ersten Bauabschnitt zu beschließen und die weiteren Schritte noch einmal zu bedenken. Ein uneingeschränktes Ja gibt es von der Grünen Wählergemeinschaft und der Fraktion Die Linke.

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