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Hier soll das Café als Treffpunkt für Besucher entstehen. Architekt Theo Deutinger, Akademie-Organisatorin Jolande Kirschbaum, Museumsdirektor Georg Elben und Künstlerin Pia Janssen schmieden vor der Hausmeisterwohnung der Hauptschule an der Kampstraße Pläne für die Sommerakademie.

Sommerakademie und Museum auf Zeit

Hauptschule erwacht zu neuem Leben

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MARL - Bevor der Rat der Stadt Marl im Sommer entscheidet, ob das Skulpturenmuseum aus dem Glaskasten in die ehemalige Hauptschule an der Kampstraße umzieht, erwacht das leer stehende Schulgebäude aus dem Dornröschenschlaf. Anfang Mai ziehen vorübergehend Studenten und Dozenten ein. Im Juni wird hier ein Teil der Ausstellung „Skulptur Projekte“ gezeigt. Ein Informationszentrum und ein Café für Besucher werden eröffnet.

Schon jetzt tut sich was in der ehemaligen Hauptschule. Dozenten und Studenten bereiten die erste Marler Sommerakademie vor, in der Marls Nachkriegsarchitektur zum Thema wird.

Die Initiative Ruhrmoderne stellt Marl als typisches Beispiel für Städtebau vom Ende der 50er bis in die 70er- Jahre des vorigen Jahrhunderts vor. „Es war die Zeit des Wirtschaftswunders. Man hat sich auch in der Architektur etwas geleistet“ erklärt Theo Deutinger.

Er ist Architekt mit Büros in den Niederlanden und in Österreich und hat die Initiative Ruhrmoderne auf den Weg gebracht.

In Marl sind unter anderem Rathaus, Scharounschule und Hügelhäuser Beispiele für die Zeit, in der Gebäude großzügig und mit Blick auf das Wachstum der Stadt geplant wurden – das dann aber nicht eintrat. „Uns interessiert vor allem die Zukunft dieser Bauwerke“, betont Theo Deutinger auch mit Blick auf die im nächsten Jahr beginnende Rathaussanierung in Marl.

Zur Sommerakademie werden geführte Touren durch die Stadt für Marler und auswärtige Gäste erarbeitet. Sie führen zu Gebäuden, die zur Ruhrmoderne gezählt werden können. Außerdem sind Vorträge geplant, an denen auch Besucher teilnehmen können.

50 Studenten von sechs Hochschulen und Fachhochschulen in Münster, Dortmund, Kassel und Köln sowie 30 Schüler des Hans-Böckler-Berufskollegs sind dabei. Dazu kommen Künstler, Architekten und Städteplaner. Insgesamt wirken rund 100 Teilnehmer in der Sommerakademie mit. „Möglichst viele Disziplinen zusammenzubringen, ist die Idee“, erklärt Marls Museumsdirektor Georg Elben.

In der Sommerakademie gibt es unter anderem ein Wiedersehen mit Kunstprofessor Mischa Kuball. Der Vater der Installation „Les Fleurs du Mal“ am Rathaus kommt mit einer Gruppe seiner Studenten aus Köln. Auch der in Marl aufgewachsene Künstler Martin Kaltwasser aus Berlin arbeitet im Projekt mit.

Die Hauptschule an der Kampstraße wird der zentrale Veranstaltungsraum und dient den auswärtigen Studenten auch als Quartier. Untergebracht werden sie in dem Trakt der Schule, den die Stadt im vergangenen Jahr als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet hat. Betten stehen also schon bereit, die Stadt Marl stellt außerdem die nötige Küchenausstattung zur Verfügung.

„Die erste Gruppe fängt bereits in der kommenden Woche mit der Arbeit an“, erklärt Jolande Kirschbaum, die das Projekt organisiert. Vom 14. bis 20. Mai wird dann das Infozentrum für die Ausstellung Skulptur gebaut. Bevor die Studenten in die Schule einziehen können, haben sie noch viel zu tun. „Hier muss erst mal geputzt werden“, sagt Jolande Kirschbaum mit einem Lächeln.

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