Stadt sieht Handlungsbedarf

Viele Schüler können nicht schwimmen

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MARL - In Marl können so wenig (Grund-) Schüler schwimmen, dass Stadt und Stadtsportverband Handlungsbedarf sehen.

Beispielsweise sind an der Bartholomäus- und an der Aloysiusschule 15 Prozent der 185 und 200 Schüler zum Ende ihrer Grundschulzeit noch Nichtschwimmer. An der Haard/Johannesschule sind es gar 30 Prozent von rund 230 Schülern. In der Martin-Luther-King-Schule sind vier von zehn Fünftklässlern Nichtschwimmer. Für Klaus Schäfer vom Stadtsportverband ist das keine Überraschung. Er weiß um den hohen Migrantenanteil an den Schulen. Auch aus dem städtischen Fachamt für Schule und Sport heißt es: „Den Ausführungen der Schulen ist zu entnehmen, dass ein großer Anteil der Nichtschwimmer aus dem Flüchtlingsbereich kommt.“

Viele dieser Kinder haben die in den Grundschulen durchgeführten Schwimmtrainings nicht mitgemacht. In einigen Fällen spielen kulturelle Unterschiede eine Rolle, wie Klaus Schäfer sagt. „Einige Mädchen gehen nicht im Bikini ins Wasser. In anderen Fällen haben Eltern nicht schwimmen gelernt und ermutigen ihre Kinder nicht dazu.“

Peter Weiler ist Vorsitzender des Guido-Heiland-Bads. Er hat die Entwicklung beobachtet und mittlerweile reagiert. „In diesem Jahr bieten wir zum ersten Mal einen Schwimmkurs für Flüchtlingen, den der Syrer Srour Murad als Übersetzer begleitet“, berichtet der Vorsitzende. Durch einen Vorfall vor zwei Jahren weiß Peter Weiler, wie wichtig diese Schwimmtrainings sind. 2016 mussten Bademeister vier Flüchtlinge an einem Wochenende vor dem Ertrinken retten. „Sie kennen Freibäder häufig nicht.“

Auch der Stadtsportverband sucht nach einer Lösung, der Entwicklung entgegenzuwirken. Klaus Schäfer sieht einen Weg: Er will mehr Unterstützung für die Sportlehrer. „Die können sich entweder um die Schwimmer oder um die Nichtschwimmer kümmern, aber nicht um beide Gruppen gleichzeitig. Aus diesem Grund möchten wir ihnen einen Helfer zur Seite stellen.“ Das Problem: Es gibt nicht genug Übungsleiter. „Die Jugendlichen sind bis 16 Uhr in der Schule und stehen uns erst um 17 Uhr zur Verfügung“, sagt Schäfer. Ein Modell, das an der Käthe-Kollwitz-Schule zu funktionieren scheint, ist die Zusammenarbeit mit den Schwimmvereinen. „Die Schule meldet, dass es keine Nichtschwimmer gibt. Die haben ein Lehrschwimmbecken und erhalten Unterstützung durch den SSV Marl-Hamm“, sagt Schäfer. In Marl gibt es noch drei Lehrschwimmbecken, die sich die 13 Grundschulen teilen.

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