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Katharina Krolczyk und ihr Kollege Roberto Coronato hielten den Notdienst im Bürgerbüro aufrecht, vergaben Termine und Reisepässe.

Stadtbedienstete machen Extraschichten

Ausweis per Expresslieferung

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MARL - Noch schnell in den Süden fliegen? Dank des Notdienstes im Bürgerbüro war das auch zwischen den Feiertagen möglich.

Sieben Besucher an zwei Tagen – das klingt nach einer ruhigen Schicht. Zu normalen Dienstzeiten kann davon im stark frequentierten Bürgerbüro keine Rede sein. Aber Katharina Krolczyk und ihr Kollege Roberto Coronato leisteten zwischen den Jahren auch nur einen Notdienst. Jeweils zwei Stunden am Vormittag nahmen sie Anrufe entgegen und teilten reguläre Termine im Bürgerbüro zu. (Der in den letzten Jahren vielfach kritisierte Stau löst sich langsam auf. Unsere Redaktion versuchte es online und bekam innerhalb von drei Wochen einen Termin.) Besuchern, die Express-Reisepässe beantragt hatten, händigten die Stadtbediensteten ihre Notdokumente aus. Über einen Zustelldienst werden die Ausweise einmal täglich ins Rathaus gebracht. Einen Recklinghäuser, der aus Beirut stammt, machte das Bürgerbüro auf die Schnelle glücklich. Er wollte wohl spontan seine Familie besuchen, vermutet Roberto Coronato.

Hilfe auch für Bürger der Nachbarstädte

Den vorläufigen Reisepass bekam der Besucher nur in Marl, weil hier das Bürgerbüro anders als in den Nachbarstädten mit einer Notbesetzung arbeitet. „Im Notfall helfen wir immer. Die Leute müssen aber eine Buchungsbestätigung vorlegen“, sagt Katharina Krolczyk. Gut 25 Anrufe nahmen sie und ihr Kollege in den letzten beiden Tagen an. Alle, die normale Anliegen hatten, vertrösteten sie auf den 2. Januar: „Wir können uns nur auf Notfälle konzentrieren.“ Auch das Standesamt hatte gestern Besucherverkehr: Bis 11 Uhr hatten Bestatterinnen und Bestatter elf Totenscheine vorgelegt, die Ärzte in den Krankenhäusern oder Altenheimen ausgestellt hatten. Auf dieser Basis konnten die Standesbeamtinnen Sterbeurkunden fertigen und den Bestattern mitgeben. Die Mitarbeiterinnen der Friedhofsverwaltung leisteten sogar einen achtstündigen telefonischen Notdienst.

Spontane Trauungen waren zwischen den Jahren nicht möglich. Auch Geburten können erst wieder ab 2. Januar angemeldet werden, erklären die Standesbeamtinnen Petra Balog und Ilona Grobosch. Im Büro hatten sie gestern aber schon mehrere Micky-Maus-Hefte bereitgelegt: Denn wenn Paare die Geburt ihres Kindes anmelden, kommen oft die Geschwisterkinder mit. Micky Maus und Donald Duck verhindern, dass die Kleinen sich langweilen.

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