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Maria Poll ist Leiterin der Familienbibliothek Türmchen. Sie bringt dem Nachwuchs erste Literatur in gedruckter Form aber auch mit digitalen Medien näher.

In der Stadtbibliothek

Mehr WLAN - dafür kürzere Öffnungszeiten

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MARL - Mehr junge Leser und Familien wollen die städtischen Büchereien zukünftig ansprechen. Aktuell gibt es Personalbedarf.

Die Stadtbibliothek soll in ein paar Jahren zur Kampstraße umziehen. Jetzt muss sie sich nach dem Ausscheiden von Bibliothekschefin Marianne Brauckmann neu aufstellen. Zurzeit fehlt eine Stelle im Betrieb und das hat Folgen: Freitags bleibt die städtische Bücherei aus Personalmangel bis auf Weiteres geschlossen, berichtete die kommissarische Leiterin Eva Gorges im Kulturausschuss. Statt 23 Stunden ist die Bücherei nur 18 Stunden pro Woche geöffnet. Die Besucherzahlen, die Marianne Brauckmann bis 2018 kontinuierlich gesteigert hatte, gingen um 1.500 auf 29.000 Besucher zurück. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Ausleihen – auf 75.000. Zu den Aufgaben von Bibliothekarin Eva Gorges gehört es, vor allem jüngere Leser für die Zentralbibliothek zu interessieren. Das gelinge unter anderem durch Lerngruppen, die sich in der Bücherei zum gemeinsamen Arbeiten treffen. Ein Vorteil für die Gruppen: „Das WLAN funktioniert inzwischen einwandfrei“, so Eva Gorges. „Und wir haben rund 4000 Schülerhilfen im Angebot.“

Mit dem Schwerpunkt „Junge Leser ab 13“ in der Stadtbibliothek hat sich das Aufgabenfeld auch für das Türmchen geändert. Die Kinder- und Jugendbücherei am Eduard-Weitsch-Weg ist zur Familienbibliothek geworden. In diesem Jahr feiert das Türmchen 50-jähriges Bestehen. Leiterin Maria Poll zeigte im Kulturausschuss auf, wie die Bücherei mithilfe des Freundeskreises und dessen ehrenamtlicher Initiative ihre Rolle als Vermittler von Lese- und Medienkompetenz im digitalen Zeitalter ausfüllt. Die Switch-Konsole als Nachfolger der PlayStation und Tonies (Hörfiguren, die Geschichten hörbar machen) gehören ebenso zum Angebot wie Bilderbücher und Comics. Das Türmchen hat acht Bildungspartnerschaften mit Grundschulen vereinbart. Im vergangenen Jahr fanden in der Familienbibliothek 290 Veranstaltungen statt, 90 davon wurden von Ehrenamtlichen durchgeführt.

Bei Ausschreibungen Förderverein beteiligen

Dass die Leitungsstelle für insel-Volkshochschule und Zentralbibliothek mit einer Gewichtung von 80 Prozent VHS und 20 Prozent Bücherei ausgeschrieben ist, findet bei einigen Marlern wenig Verständnis. Im Kulturausschuss meldete sich Dr. Ulrich Spies für die „Inselfreunde“ und die Initiative „Kultur findet Stadt“ zu Wort. „Bürgervereine wie die Inselfreunde und die Freunde des Adolf-Grimme-Preises sollten bei Stellenausschreibungen und Förderanträgen sowie bei der strategischen und inhaltlichen (Neu)Ausrichtung von insel und Grimme-Institut gehört werden“, fordert der langjährige Grimme-Preis-Referent, „ebenso wie der Förderverein Habakuk beim Skulpturenmuseum.“ In der Ausschreibung der Stadt Marl für die Leitungsstelle fehle jeder Hinweis auf die Bedeutung des 1946 gegründeten Bildungswerks „die insel“ als wichtigste und erste VHS im Nachkriegsdeutschland, so Spies. Bürgermeister Werner Arndt verwies darauf, dass Beteiligungen der Bürger bei Stellenausschreibungen für die Verwaltung nicht vorgesehen seien. Für die Bücherei wird zusätzlich zur Teilzeit-Leitung noch eine Bibliothekar-Stelle ausgeschrieben.

Die Öffnungszeiten der Stadtbücherei im Marler Stern: Dienstag 13 bis 18 Uhr, Mittwoch, Donnerstag 11 bis 16 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr. Das Türmchen, Eduard-Weitsch-Weg 13, ist Montag bis Freitag, 14 bis 17 Uhr, Samstag, 10 bis 13 Uhr, geöffnet.

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