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Für Kater wie Felix ist das Tierheim die letzte Rettung. Wer hier landet, kann sich Hoffnung auf ein neues Zuhause machen

Tierheim zieht Bilanz

Neues Zuhause gesucht

MARL - Für viele Vierbeiner ist das Marler Tierheim die letzte Rettung. 2018 wurden dort 211 Schützlinge vermittelt.

Es ist bereits aus der Ferne zu hören. Ein leises Wimmern, ein dunkles Heulen. Der schmale Waldweg neigt sich dem Ende zu und die hohen Zäune kommen immer näher. Schnell wird klar, dass es sich hier nicht um einen fröhlichen Ort handelt. Als ich aus dem Auto aussteige, werden die Geräusche um mich herum lauter. Das Bellen der Hunde ist nun klar und unüberhörbar. Hinter einer Kurve erscheint das Marler Tierheim. Auch wenn es sich bei einem Tierheim primär um einen traurigen Ort handelt, wirkt es sehr familiär. Überall wuseln Pflegerinnen und Pfleger umher und lächeln mir freundlich zu, als das Tor hinter mir zufällt. Der unverkennbare Geruch von Tieren liegt in der Luft. Teils angenehm, teils eher streng. Aber das ist kein Wunder, wenn man so viele Fundtiere beherbergen muss.

Die Tür zum Büro des Tierheims ist offen. An einem Schreibtisch sitzt Annegret Gellenbeck, Vorsitzende des Tierschutzvereins Marl. Auf der anderen Seite des Tisches steht ein Stuhl, auf dem eine gefaltete Decke mit lauter Katzenpfoten als Motiv liegt. Eine Katze bewegt sich schnurrend um das Möbelstück. „Das ist Zecke, aber passen Sie lieber etwas auf. Der ist nicht immer so freundlich“, sagt Annegret Gellenbeck, als sie sich an ihren Schreibtisch setzt. Sie ist seit 2004 die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Ein eher trauriger Grund brachte sie dazu. Damals ging ihre eigene Katze verloren. „Dann haben wir erst mal gesehen, wie viel Arbeit in Tierheimen geleistet wird und wie viel Arbeit noch geleistet werden muss“, beschreibt Annegret Gellenbeck ihre ersten Eindrücke. Allein im Jahr 2018 hat das Tierheim Marl 100 Hunde, 229 Katzen und mehrere Kleintiere aufgenommen.

Eine Vermittlung ging ans Herz

Eine Vermittlung ging der Vorsitzenden besonders ans Herz: Die Geschichte von Labrador Felix. Der Hund musste von seinem Herrchen abgegeben werden, weil die Pflege des Hundes aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war. „Das Ganze fiel sowohl dem Herrchen als aus dem Hund wirklich schwer“, erinnert sich die Ehrenamtlerin. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass die neuen Besitzer von Felix sich getraut haben, den Kontakt zum alten Herrchen aufzunehmen. Aus dieser Kontaktaufnahme ist eine Freundschaft entstanden und Felix hat nicht nur ein neues Zuhause gefunden, sondern darf sein altes Herrchen noch ab und zu besuchen.

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