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Achim Gruber und sein Hund Ben.

Tierpathologe schreibt Buch

Die Offenheit der Stadt hat ihn geprägt

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MARL - Prof. Dr. Achim Gruber studierte in Hannover und den USA. Heute leitet er ein Forschungsinstitut in Berlin und ist erfolgreicher Autor. Seine Heimat Marl hat er nie vegressen.

Anfang März veröffentlichte Achim Gruber sein Buch „Das Kuscheltier-Drama“. Mit erstaunlichen Begleiterscheinungen: Berichte über den Tierpathologen und sein Buch erschienen bundesweit in zahlreichen Zeitungen. Dazu kamen Auftritte in mehreren Fernsehsendungen wie in der Talkshow von Markus Lanz. In seinem Buch beschäftigt sich Achim Gruber mit dem stillen Leiden der Haustiere. Viele Moderatoren wollten vom ihm wissen, wie wir mit unseren Haustieren richtig umgehen und was wir dabei oft falsch machen. Was viele nicht wissen: Achim Gruber kommt aus Marl. Und seine Erinnerungen an seine Heimatstadt sind sehr lebendig. „Nach meiner Hausgeburt in der Schkopauer Straße wuchs ich in der Bereitschaftssiedlung auf, im Schatten der früher auch als Gummi-Pütt bekannten Chemischen Werke Hüls. Beide Opas und meine Eltern arbeiteten dort“, blickt Gruber zurück: „Ich habe die Zeit in Marl sehr gemocht und habe manchmal auch ein bisschen Heimweh.“

Der Grundstein zu seiner späteren Karriere als Veterinär, Tierpathologe und Autor wurde vermutlich ebenfalls schon früh in der Marler Kindheit gelegt: „Wir hatten immer Tiere. Es gab Hunde, Schildkröten und mein Vater hatte eine große Freivoliere mit Vögeln“, sagt Gruber. Seinem ursprünglichen Plan, als Tierarzt eine Praxis für Kleintiere zu betreiben, machte Achim Grubers eigene Neugier einen Strich durch die Rechnung. „Nach dem Examen merkte ich, dass ich mich mehr für die Ursachen von Tierkrankheiten interessierte und wechselte in die Krankheitsforschung“, erklärt Achim Gruber.

Aufgewachsen zwischen Zeche und CWH

Ein entsprechendes Angebot der Cornell University in den USA beendete Mitte der 90er-Jahre dann endgültig seine Überlegungen, eine Praxis in Marl zu eröffnen. Aus den USA kehrte Gruber nach Hannover zurück, wo er bis 2004 an der Tierärztlichen Hochschule tätig war. 2005 folgte dann der Wechsel an die Freie Universität Berlin, an der Achim Gruber heute ein Institut mit 40 Mitarbeitern leitet. Dass ihm die Hauptstadt so gut gefällt, sieht Achim Gruber auch in seiner Heimatstadt Marl begründet. „In Marl wuchs ich zwischen CWH und Zeche auf und auf der Harkortschule war ich zusammen mit Türken und Italienern in einer Klasse. Das war Multikulti und hat mein weltoffenes Bild geprägt. Ich liebe Pluralismus“, sagt Gruber. Zweimal jährlich besucht Achim Gruber seine Eltern, die mittlerweile in Recklinghausen leben. Wenn er zusätzlich noch Zeit findet, sieht er aber auch mal in der Bereitschaftssiedlung vorbei.

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