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Marktplatz und Umgebung in Marl-Hamm.

Türkische Hochzeiten in Marl

Wieder Ärger um Salven

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MARL - Ein 22-jähriger Gast einer türkischen Hochzeit schießt am Samstag auf der Heyerhoffstraße mit einer Schreckschusspistole in die Luft und ruft die Polizei auf den Plan. Immer wieder kommt es in Marl zu solchen Vorfällen.

Der 22-jährige Schütze erhält eine Anzeige. Nach Informationen dieser Zeitung sollen Mitfahrer des Schützen dabei der Polizei zudem provokant die türkische Flagge gezeigt haben. Das allerdings bestätigt Behördensprecher Michael Franz auf Nachfrage nicht. Für den Marler Integrationsratsvorsitzenden Cengis Caliskan ist so ein Verhalten auch nicht klug. „Solche Aktionen führen nur dazu, dass sie unentschlossene Wähler Richtung AfD lenken.“ Das Internet ist voll von Nachrichten über schießende Gäste bei türkischen Hochzeiten. Diese sorgen für Angst und Schrecken in der Nachbarschaft. Auch in Marl kam es in der Vergangenheit immer wieder zu derartigen Vorfällen. Die Polizei musste eingreifen. Unsere Zeitung berichtete.

Cengis Caliskan lehnt diese Tradition ab. Er hält sie für unnötig und versteht, wenn sich Anwohner aufregen. Caliskan kritisiert die Belästigung für die Nachbarschaft. „Schüsse sind schwer einzuordnen. Mancher Bürger könnte glauben, dass ein Verbrechen passiert ist.“ Laut Caliskan sei das Schießen bei Türken kulturell verwurzelt, obwohl es kein religiöser Brauch sei. Selbst die Türkei habe das Schießen aber mittlerweile verboten, wie der Integrationsratsvorsitzende sagt. „Es drohen Bußgelder oder Gefängnis.“ Hinter Schloss und Riegel muss in Deutschland niemand, wenn er mit einer Schreckschusswaffe in der Öffentlichkeit schießt. Hier ist es eine Ordnungswidrigkeit, erklärt Michael Franz, Sprecher der Kreispolizei.

Anwohner in Hamm wehren sich

Vorfälle wie die Schüsse am Samstag gab es in diesem Jahr in Marl bereits mehrfach. Im Februar und März verärgerten Gäste von türkischen Hochzeiten Anwohner in Hüls und Sinsen, weil sie mit Schreckschusspistolen um sich schossen. Noch größer ist die Aufregung in Hamm. Rund um den Marktplatz sind seit dem vergangenen Jahr regelmäßig Schuss-Salven von Festgesellschaften zu hören.

Zuletzt sei das laut einer Anwohnerin am vergangenen Sonntag gegen 17.15 Uhr vorgekommen. Michael Franz bestätigt, dass eine Frau Knallgeräusche gemeldet hat. „Sie konnte aber nicht genau sagen wo. Die Polizisten haben vor Ort nichts festgestellt“, so der Sprecher. Einige Hammer wehren sich mittlerweile und wählen die 110, sobald sie Schüsse hören. Wie eine Anwohnerin sagt, sei die Polizei nach einem Anruf mittlerweile schnell vor Ort. „Das zeigt Wirkung. In den vergangenen Wochen ist weniger geschossen und gehupt worden. Dass wir uns wehren, muss sich herumgesprochen haben.“ Aber auch die Polizei versucht laut Michael Franz, solche Vorfälle schon im Vorfeld einzudämmen. „Wenn uns bekannt wird, dass eine Feier ansteht, reden wir mit Verantwortlichen, um das Schießen zu unterbinden.“ Meistens bekomme die Polizei von den Salven jedoch erst etwas mit, wenn Bürger anrufen, so Franz weiter. Er fordert Anwohner auf, sich sofort bei der Polizei zu melden.

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