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Auf der Fahrt mit dem Jeep durch die Wüste trafen Prof. Frithjof Küpper und seine Kollegen auch auf Beduinen, die ihre Dromedare durch den Sand trieben.

Wie überleben Pflanzen?

Marler forscht im salzigen Meer und der grünen Wüste

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MARL / KUWAIT - Der Marler Biologe Prof. Frithjof Küpper (46) will wissen, wie Pflanzen in extremen Zonen überleben. Das erforschte er jetzt auch im salzigen Meer und der überraschend „grünen" Wüste Kuwaits

Wie eine Salzlauge mutet der Indische Ozean im Arabischen Golf an. Frithjof Küpper hat dort geforscht – und zwar jetzt. Im Sommer sei es bei 55 Grad Hitze und Wassertemperaturen um 36 Grad Celsius unerträglich. Die Gefahr, einen Hitzschlag zu bekommen, sei groß.

Im Golf vor Kuwait ist das Wasser stellenweise doppelt so salzig wie im offenen Meer. Wie aber schaffen es Algen und Korallen, in einer solch trüben Lauge zu überleben? Das wollte Frithjof Küpper mit seinen kuwaitischen Doktorandinnen Amal Hasan und Hanan Al-Adilah herausfinden. Bei den Tauchgängen nahm das Team viele Proben von Meerespflanzen. Frithjof Küpper vermutet, dass die Organismen einen stark angepassten Stoffwechsel und „Anti-Hitzeschock-Proteine“ haben.

Sein Forschungsprojekt wird von der Regierung in Kuwait finanziert. Sie hat das Pariser Klimaabkommen unterschrieben. Der Marler, der an der Universität in Aberdeen (Schottland) Meeresbiologie lehrt, schaute sich mit seinem Team in Kuwait die Meerwasserentsalzungs-Anlagen genau an. Sie verbrauchen nach Angaben des Forschers viel Energie – und haben den Nachteil, dass die extrahierten warmen Salzlaugen wieder ins Meer gekippt werden. Das ist Gift für die Pflanzen und Tiere der Küstengewässer. Küpper will herausfinden, welcher ökologische Schaden dadurch angerichtet wird.

Mit dem Jeep durch die Sanddünen

In Rotterdam sah er sich zuvor eine moderne Entsalzungsanlage an. Dort werden Salzlaugen nicht ins Meer geleitet, sondern für die chemische Industrie wiederverwendet – ein mögliches Modell auch für Kuwait.

Frithjof Küpper hatte die Gelegenheit, auch an unzugängliche Orte zu kommen. Sein Kollege Prof. Andreas Wolfram Henkel, Biologe an der Universität Kuwait, fuhr das Team mit dem Geländewagen durch die Wüste ad-Dibdiba – eine der trockensten der Welt. „Überraschend hatte es dort viel geregnet. Die Wüste war richtig grün und die Kamele hatten viel zu futtern“, erzählt der Marler. In einem militärischen Sperrgebiet durfte das Team, streng bewacht, sogar botanische Proben nehmen. Alle Proben werden nun im Labor analysiert.

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