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Rolf Pollberg hilft den Nutzern des Stadtarchivs bei der Ahnenforschung. Bald wird er mit Tausenden von Urkunden in den insel-Saal umziehen.

Umzug steht bevor

Stadtarchiv wechselt im Sommer den Standort

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MARL - Das Stadtarchiv wird vom dunklen Rathauskeller in den großen insel-Saal im Marler Stern verlegt.

„Für die Bürger wird der Besuch dann komfortabler“, sagt Stadtsprecherin Riccarda Ast. Stadtarchivar Rolf Pollberg plant für das Herbstsemester einen Volkshochschulkurs, in dem Marler Hobbyhistoriker Hintergründe zu den insel-Jahresschauen recherchieren können. Der kürzlich verstorbene frühere insel-Fachbereichsleiter Günther Gasch hatte Marls Geschichte von 1964 bis 1990 in 45-minütigen Jahresschauen und auf Tonbändern festgehalten, darunter den Besuch von Bundeskanzler Willy Brandt, das Wachsen des Stadtkerns und den Bau des Rathauses. Die Originale wurden elektronisch umgewandelt und auf DVD gespeichert. Sie lagern im Stadtarchiv.

Allerdings stehen viele Bilder noch für sich. In den ersten Jahresschauen fehlen die sogenannten „Bauchbinden“ – Einblendungen am unteren Bildrand, die den Namen und die Funktion der Person erklären, die gerade spricht. Mit dem insel-Kurs sollen deshalb Marl-Kenner gefunden werden, die sich noch an Persönlichkeiten aus den 1960er- bis 80er-Jahren erinnern. Ziel ist es, die Jahresschauen zu vervollständigen, ihnen Quellen zuzuordnen. Ob sie später als Videos auf ein Internet-Portal gestellt werden sollen, steht noch nicht fest.

Ist die Wasserburg Marls erste Siedlung?

Wer im Stadtarchiv online recherchiert, findet viele historische Quellen – zum Beispiel eine alte Flurkarte von der Hagenstraße mit Zeichnungen und einem Grundriss der Wasserburg Haus Loe. Robert Lauf (66), Ahnenforscher und Hobbyhistoriker, mit Wurzeln in Marl, fand heraus, dass die Burg im Jahre 1111 gebaut wurde: „Dadurch ist Marl entstanden, wenn man die Geschichte genauer nachliest.“ Lauf regt deshalb an, dass eine Messingtafel an der Hagenstraße in Höhe von Polizeiwache und Sportplatz angebracht wird, dort wo die Burg ursprünglich stand. Doch das ist nicht geplant, sagt Riccarda Ast: „Es gibt unterschiedliche Quellen und Überlieferungen zur ersten Ansiedlung Marls.“ Deshalb stehe nicht eindeutig fest, dass die Wasserburg der Initialpunkt der Stadtgeschichte ist.

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