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Die Autofahrerin hat die Motorradfahrer mit voller Wucht erwischt.

Unfall war Auslöser

Schülerin will Kreisverkehr in Sinsen

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MARL - Noch zwei Wochen nach einem schweren Unfall an der Kreuzung Bahnhofstraße/Halterner Straße/Schulstraße hatte Schülerin Sarah Schuster Albträume. Das Unglück war Auslöser dafür, sich für einen Kreisverkehr stark zu machen. Sie sammelt Unterschriften.

Sarah Schuster ist 17 Jahre alt, besucht die Oberstufe der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Hüls. Sie will 2020 ihr Abitur machen und danach am liebsten Medizin studieren. Mit Politik hat die junge Marlerin bisher wenig am Hut gehabt. Das änderte sich vor knapp vier Wochen schlagartig, als sie Augenzeugin eines schlimmen Unfalls vor ihrer Haustür in Sinsen wurde.

Die 17-Jährige stand am 16. September zufällig mit ihrer Schwester und dem Familienhund an der Fußgängerampel, als ein Unfall auf der Kreuzung mehrere Schwerletzte forderte. Eine Autofahrerin übersah auf der Halterner Straße das Rotlicht und raste ungebremst in eine Gruppe von Motorradfahrern, die aus der Bahnhofstraße Richtung Haltern abbiegen wollte. Eine Bikerin wurde lebensbedrohlich verletzt. „Ich hatte zwei Wochen lang Albträume, weil mir die Bilder von der blutenden Frau auf der Straße nicht aus dem Kopf gingen“, sagt Sarah Schuster. An der Stelle krache es immer wieder.

Seitdem sammelt die Schülerin fleißig Unterschriften für den Bau eines Kreisverkehrs, der die gefährliche Kreuzung Halterner Straße / Schulstraße / Bahnhofstraße entschärfen könnte. Mit dieser Meinung steht sie nicht allein da, erfährt die 17-Jährige, seitdem sie ihre Petition gestartet hat. Mehr als 340 Unterschriften hatte sie bis gestern schon mit den beiden ersten Listen zusammen, die sie ausgelegt hatte.

Inzwischen liegen ihre Listen in den meisten Sinsener Geschäften aus. Bei Ausflüglern auf dem Haard-Parkplatz an der Halterner Straße sammelt sie Stimmen für den Kreisverkehr, Mitschüler unterstützen sie. Auch die SPD Sinsen-Lenkerbeck will helfen Sarah Schuster Gehör zu verschaffen. Bereits 2005 hatten die Sinsener Genossen im Rat den Bau des Kreisverkehrs gefordert. Daran erinnert der Ortsvereinsvorsitzende Arvid Weber in einem Brief an Bürgermeister Werner Arndt.

Auf der Investitionsliste der Stadt Marl ist der Kreisel bereits zu finden. Etwa 390.000 Euro der rund 600.000 Euro teuren Baumaßnahme könnten vom Land gefördert werden, so die Verwaltung. Als möglicher Baubeginn wird das Jahr 2023 genannt. So lange will Sarah Schuster nicht warten. Am Donnerstag wird sie Bürgermeister Werner Arndt ihre Petitionslisten in der Bürgerwerkstatt zum neuen Mobilitätskonzept für Marl übergeben. Die Idee lässt sie nicht ruhen. Aber seitdem sie weiß, dass die Motorradfahrerin auf dem Weg der Besserung ist, kann die Sinsenerin immerhin wieder ruhig schlafen.

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