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Auf der Lippramsdorfer Straße Richtung Marl darf jetzt teilweise 100 gefahren werden, auch auf der Kanalbrücke.

Unfallgefahr erhöht

Tempolimit steigt von 50 auf 100

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MARL - Auf zwei Kreisstraßen wurden jetzt die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben. Eine Anwohnerin will das nicht hinnehmen. Sie hat eine Petition gestartet.

Auf den Kreisstraßen zwischen Sickingmühle und Hamm-Bossendorf sowie zwischen Sickingmühle und Lippramsdorf sind die bislang geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 50 oder 70 Stundenkilometer aufgehoben worden. Auf der Marler Straße (K47) und der Lippramsdorfer Straße (K 22) ist nun bis zu Tempo 100 möglich (unsere Zeitung berichtete). Anwohnerin Cornelia Germesin will gegen diese Entscheidung angehen. Sie hat einen entsprechenden Antrag beim Petitionsausschuss des Landtags eingereicht. „Ich verstehe nicht, warum die bisherige Regelung aufgehoben wurde“, so Cornelia Germesin.

Die Verkehrsunfallkommission, die aus Vertretern der Polizei, des Kreises, der Städte Marl und Haltern sowie der Bezirksregierung besteht, hatte entschieden, das Tempolimit aufzuheben, weil es dort keine Unfallschwerpunkte gibt. „Natürlich nicht“, so Germesin. Es hätte ja die Geschwindigkeitsbegrenzung gegeben. Jetzt könnten jederzeit wieder schlimme Unfälle passieren. Germesin: „Auf der Marler Straße beispielsweise sind unter anderem auf dem Streckenabschnitt bis zum Bikertreff Vogel und in der Unterführung unter der Autobahn 43 wieder 100 Kilometer pro Stunde erlaubt. Das geht doch gar nicht.“ Auf den tempomäßig wieder freigegebenen Strecken sind Radfahrer, Fußgänger und Schulkinder unterwegs. „Das Risiko für sie wird nun wieder höher. Ich verstehe nicht, wie die Kommission zu dieser Entscheidung kommen konnte.“

Ein Bürger brachte Stein ins Rollen

Wie sie gehört hat, soll ein Lippramsdorfer Bürger den Stein für die Aufhebung des Limits ins Rollen gebracht haben. Das bestätigte auch Kreissprecher Jochem Manz auf Nachfrage. Der Mann habe ihres Wissens nicht hinnehmen wollen, dass auf einer Kreisstraße nur mit Tempo 50 gefahren werden dürfe, berichtet Cornelia Germesin. Er soll sogar angekündigt haben, den Klageweg beschreiten zu wollen, falls die Geschwindigkeitsbegrenzung weiter Bestand haben sollte – was zwei Mitglieder des Betriebsausschusses Zentraler Betriebshof bestätigten, die ebenfalls der Unfallkommission angehören. „Daraufhin scheint die Kommission wohl eingeknickt zu sein“, sagt die Marlerin kopfschüttelnd. Sie will aber weiter für die Tempobegrenzung kämpfen. Sie hofft, dass ihr Schreiben an den Petitionsausschuss des Landtages Erfolg hat. Darin hat sie noch einige Gefahrenpunkte in diesem Bereich angeführt, die sie ebenfalls beseitigt haben möchte.

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