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Um die Emanzipation von Farmerinnen in Nigeria, die Palmöl selbstständig herstellen, geht es im Video „Red Gold“ der Britin Karimah Ashadu.

Unser Tipp für Regentage

Der Glaskasten klingt

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MARL - Bis zum 3. Februar zeigt das Skulpturenmuseum ein Spektrum internationaler Medienkunst.

Künstler von Kanada über die USA bis Norwegen haben ihre Konzepte eingeschickt: In der Ausstellung zu den Marler Medienkunstpreisen zeigt das Skulpturenmuseum Glaskasten noch bis Sonntag, 3. Februar, die interessantesten Werke – und die prämierten. Hier unser Streifzug durch die Schau: In ein wahres Inferno geraten die Betrachter der Videoinstallation „4. Halbzeit“ von Mischa Leinkauf und Matthias Wermke. Die Berliner Künstler zeigen Massenrituale und explodierende Rauchbomben von Fußball-Fangruppen. Die Ultras fanden sich zusammen, um soziale Proteste wie den Arabischen Frühling und die Revolte in der Türkei zu unterstützen. Ein wuchtiger Soundtrack, der bis an die Schmerzgrenze geht, verstärkt die choreografische Wirkung der kraftvollen Bilder.

Zum Nachdenken über Liebe und Nostalgie regt Joanna Schultes Installation „Stereo Twice“ an: Zwei Musiktruhen aus der 1970er-Jahren, heute Design-Sammlerstücke, stellte die Künstlerin einander gegenüber. Aufgelegt ist auf beiden Plattenspielern der Hit „Give me your love“ – allerdings in einer Dauerschleife. Die Tonnadel bleibt immer auf derselben Rille stehen. Der Klang wird gesteigert, füllt den Raum – je nachdem, wo die Betrachter stehen.

Verfall des Rathauses in Klänge umgesetzt

Große Gewinnerin der Marler Medienkunstpreise ist die Wienerin Kathrin Stumreich. Sie gewann zugleich den European Soundart Award 2018 mit ihrer Installation „Sovereignty“ und den Klangkunst-Produktionspreis für die Arbeit „Space Oddity“. Für dieses Raumkunstwerk richtete sie Laserstrahl und Lichtsensoren an einer Decke unterhalb des sanierungsreifen Marler Rathauses aus: Feinste Staubteilchen des bröckelnden Putzes setzen knackende Klänge in Gang. Eine ganz andere Wirkung erzeugt Stumreichs Technik bei „Sovereignty“: Hier tanzt, schwebt und flattert eine lichtdurchlässige Fahne über den Museumsboden. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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