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Jörg Schneider, Gründer und stv. Vorsitzender des Kinderschutzbundes Marl.

Verein mit Finanzproblemen

Kinderschutzbund braucht Hilfe

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MARL - Der Kinderschutzbund Marl steht vor dem Aus. Die finanziellen Mittel reichen nicht, um Projekte fortführen zu können. Vereinsgründer Jörg Schneider (66) weiß nicht, wo er Geld herbekommen soll.

14 600 Euro muss der Verein jährlich zahlen, um die Kosten zu decken. Mit den Beiträgen der 108 Mitglieder unterhält der Kinderschutzbund Marl sein Haus am Lipper Weg, bezahlt Telefon- und andere Rechnungen. Der Jahresbeitrag liegt bei 30 Euro. Viele der 108 Mitglieder zahlen freiwillig mehr. Auch dem Förderkorb droht das Ende. Denn andere Einnahmequellen als Spenden gibt es nicht.

In diesem 2015 gestarteten Projekt geht es darum, Kindern aus armen, bildungsfernen Bevölkerungsschichten zu helfen, damit sie die Schule nicht ohne Abschluss verlassen. Das geht nur über intensive Betreuung und Nachhilfe in Kernfächern wie Deutsch und Mathematik. „Wir haben 2015 mit drei Kindern angefangen, in diesem Jahr sind es acht. Viele von ihnen würden in der Schule auf der Strecke bleiben, obwohl sie Potenzial haben.“ Verstärkt betreuen die Kinderschützer unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Schneider: „Das ist für uns kein Unterschied. Kinder sind Kinder.“ Außerdem gefährdet: das Familien-Wochenende, das der Kinderschutzbund einmal im Jahr anbietet. 40 Familien, die sich keinen Urlaub leisten können, verbringen ein paar Tage im Sauerland, spielen gemeinsam.

Die Kinder entdecken im Wald die Welt der Pflanzen und Tiere. 3 000 Euro kostet das – Geld, das ebenfalls fehlt. Rund 6 000 Euro gibt der Kinderschutzbund aus für seine Arbeit im neuen Stadtteilzentrum Hüls-Süd. Ob das so weitergehen kann, weiß niemand, auch nicht Gründervater Jörg Schneider. Gesund sparen kann sich der anerkannt gemeinnützige Verein nicht: Er beschäftigt eine einzige Verwaltungskraft. Ob sie gehalten werden kann, ist angesichts der aktuellen Lage mehr als fraglich. Die Stadt Marl kann nicht helfen. Sie ist Stärkungspakt-Kommune. Das heißt: Trotz sprudelnder Gewerbesteuern darf die Stadt nicht einen Euro freiwillig mehr ausgeben, ohne die gleiche Summe an anderer Stelle einzusparen.

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