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Die Matena ist ein schutzwürdiges Biotop. In den letzten Tagen ließ der Zentrale Betriebshof dort in Höhe des Loemühlenbachtals Bäume fällen. Naturschützer sind entsetzt: Waren diese Bäume wirklich krank?

Waldarbeiten werfen Fragen auf

Massive Kritik an Baumfällungen

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  • Claus Pawlinka
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MARL - Laut Naturschutzbund waren an zwei Dutzend Borken keine Schäden zu erkennen gewesen.

Die Säge wurde in nur wenigen Tagen angesetzt. Seine Fällarbeiten im Waldgebiet Matena in Höhe des Loemühlenbachtals hat der Zentrale Betriebshof bereits abgeschlossen. Wie berichtet, sollten die Waldflächen aus Gründen der Verkehrssicherheit durchforstet werden. Der Zentrale Betriebshof Marl (ZBH) wollte sie nach eigener Darstellung „zukunftsfähig machen“ und den Bestand verbessern. Rückschnitt und Baumfällungen sollten dort auch für mehr Licht sorgen. Ziel war es, „Bäume zu verjüngen“ und „einen stufigen Mischwald mit mehr Artenvielfalt entstehen zu lassen“. Bei den Arbeiten hat der ZBH nach eigenen Angaben eng mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises zusammengearbeitet.

Der NABU (Naturschutzbund Marl) kritisiert die Baumfällungen in der Matena. „Da wird einem nur übel“, sagt Naturschützer Peter Marrek: „Ich habe nichts dagegen, wenn schlechtes Holz entfernt wird. Aber das waren zwei Dutzend kerngesunde Bäume – Buchen und Eichen von allerbester Qualität.“ An den Borken sei keine Beschädigung zu erkennen gewesen.

Leser zweifeln am Urteil der Experten

In diesem Jahr wurden bereits an drei Stellen Bäume abgeholzt: im Naturschutzgebiet Die Burg, Fischerwäldchen und Försterbusch. Viele Leser reagierten auf unsere Berichte darüber. Ein Teil zweifelt die Einschätzungen der Baumkontrolleure an. Die Kontrolleure des Landesbetriebs Wald und Holz sind im Auftrag der Stadt täglich zu Verkehrssicherungskontrollen unterwegs. Sie kategorisieren alle kranken Bäume. Die Akten würden sechs dicke Ordner füllen, sagte Betriebshof-Leiter Michael Lauche unserer Redaktion. Oft könnten nur Fachleute erkennen, ob Bäume von Pilz befallen sind. Auch in den sozialen Netzwerken setzen Nutzer hinter das Expertenurteil ein dickes Fragezeichen.

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