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Weidefläche soll weichen

Zoff um den Zaubergarten

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MARL - Auf einem von der Initiative genutzten Gelände will die Stadt ein Regenrückhaltebecken bauen.

Kurz vor Weihnachten schlug die Nachricht wie eine Bombe ein. Die Stadt forderte die Initiative „Zaubergarten“ in einem Schreiben auf, bis zum 31. Dezember eine von ihr genutzte Weidefläche inklusive Reitplatz und Stallung zu räumen und in den Ursprungszustand zu versetzen. Hintergrund: Die Stadt will 2019 auf dem rund 1800 Quadratmeter großen Gelände ein Regenrückhaltebecken bauen. „Wenn die Weide wegfällt, wird der Initiative quasi die Existenzgrundlage entzogen“, so eine Unterstützerin, die dem Zaubergarten eng verbunden ist.

Die Privatinitiative nutzt das städtische Grundstück an der Hervester Straße (hinter der Feuerwache in Alt-Marl) in erster Linie für die Betreuung von Kindern aus sozial schwächer gestellten Familien. Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Pferden. „Die Mädchen und Jungen lernen bei uns, verantwortungsvoll mit den Tieren und der Umwelt sowie respektvoll mit Menschen jeden Alters und jeder Herkunft umzugehen“, so Zaubergarten-Chefin Silvia Gerdesmeier auf der Homepage der Initiative. Diese Arbeit sehen viele Unterstützer nun massiv gefährdet. Die Weide mit dem Reitplatz liegt direkt an der Grenze zum Zaubergarten-Gelände. Die Kinder können mit den Ponys vom Zaubergarten – ohne eine Straße queren zu müssen – auf den Platz kommen. Würde die Initiative das Grundstück nicht mehr nutzen dürfen, wäre dieses Szenario passé. „Die Kleinen müssten mit ihren Ponys entlang der stark befahrenen Hervester Straße auf eine andere Weide ausweichen. Das wäre sehr gefährlich. Pferde sind Fluchttiere.

Räumung vorerst aufgeschoben

"Da kann schnell was passieren“, so die Unterstützerin weiter. Mittlerweile hat die Initiative aber zeitlich etwas Aufschub erhalten. „Die Räumung des städtischen Grundstücks ist erst einmal aufgeschoben“, so Stadtsprecher Rainer Kohl auf Nachfrage unserer Zeitung. Er räumte ein, dass das Kündigungsschreiben zu einem unglücklichen Zeitpunkt (kurz vor Weihnachten) verschickt worden sei. „Das tut uns leid.“ Man stehe mit der Initiative aber mittlerweile in Kontakt. „Wir werden im Januar versuchen, eine Lösung zu finden, die beide Seiten zufriedenstellt“, erläutert Kohl. Die Sachlage sei aber klar. Der Pachtvertrag läuft zum Jahresende aus. Der Stadtsprecher: „Die bisherige Regelung sah vor, dass der Zaubergarten das Gelände nutzen darf, bis wir das Grundstück für den Bau des Rückhaltebeckens benötigen.“ Was 2019 der Fall sein wird.

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