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Auf der Suche nach einem spannenden Roman wird Lucas Gaul schnell fündig. Doch Besucher sind am Mittwoch nur wenige in der Zentralbibliothek.

Weniger Zeit für die Ausleihe

Bücherei nur an vier Tagen geöffnet

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MARL - Die Öffnungszeiten der Zentralbibliothek sind auf 18 Stunden pro Woche zusammengeschrumpft. Das ist aber nicht der einzige Punkt, den Besucher kritisieren.

Ein lebendiger Treffpunkt sollte die Zentralbibliothek im Marler Stern sein – das war von Anfang an das Ziel der ehemaligen Leiterin Marianne Brauckmann. In den letzten vier Jahren hat sie die schmucklose Stadtbücherei belebt, die Zahl der Bücher und Medien von 56.000 auf mehr als 70.000 gesteigert – vom Krimi-Bestseller bis zu Manga-Comics und den „Tributen von Panem“.

Doch auch eine Sitz- und Chillecke, neue PC und Computerspiele machen eine Bibliothek noch nicht zum Treffpunkt. Ohne WLAN war sie für junge Nutzer kaum attraktiv, war die Arbeit mit E-Books unmöglich. Über Jahre bemühte sich Marianne Brauckmann immer wieder darum, dass die Bibliothek ein kabelloses Netz bekommt. Doch den Quantensprung ins kabellose Zeitalter konnte sie bei ihrem Abschied Ende Januar nicht mehr feiern. Dafür, dass die Nutzer auch samstags bedient werden, wenn mehr los ist im Marler Stern, hatte sie noch gesorgt. Aber seit Marianne Brauckmann im Ruhestand ist, wurden die Öffnungszeiten wieder eingeschränkt.

Montags und freitags geschlossen

Nicht nur montags ist die städtische Bibliothek geschlossen, bis auf weiteres macht sie auch freitags nicht mehr auf. In der Woche ist sie nur 18 Stunden geöffnet. Nutzer kritisieren das. Mit der jungen, internetaffinen Bibliothekarin Eva Gorges (30) hat die Stadt eine Kraft, die sich mit Datenbanksystemen und Informationsbeschaffung auskennt. Schülern kann sie nützliche Tipps geben. Doch wer übernimmt die Leitung der Bibliothek? Die Ausschreibung der Stelle wird „zurzeit vorbereitet“, sagt Stadtsprecher Rainer Kohl. Die Stadtverwaltung bemühe sich darum, die Stelle „zeitnah zu besetzen“.

Zuletzt hatte die Bibliothek häufig mit der Volkshochschule zusammengearbeitet, gemeinsame Lesungen angeboten. Doch durch den Umzug der Volkshochschule in die Wiesenstraße wird auch das schwieriger. Einzige Kooperationsveranstaltung in diesem Semester ist die Diskussion „Lasst uns länger arbeiten – Arbeitswelt umgestalten, Rente retten“ am 19. März.Wie soll die Bücherei belebt werden? Ein Konzept werde die Stadt mit der neuen Leitung überlegen, antwortet Rainer Kohl. Die Stadtverwaltung hoffe, dass Bürger durch den neuen Standort des Bürgerbüros im Marler Stern auch auf die benachbarte Bibliothek aufmerksam werden.

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