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Mit dem Tellimero die Geschichte aus dem Bilderbuch hören. Die kleine Anisa (3) benutzt den sprechenden Stift in der Kita Arche am Lipper Weg. Einrichtungsleiterin Renate Kovacs hört zu.

Wenn Wäscheklammern sprechen lernen

Neues Konzept für Arbeit mit digitalen Medien

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MARL - Der Kindergarten Arche nimmt am Modellprojekt „Medienbildung in der Kita“ teil.

In jedem Raum ein Laptop, Bildschirme oder Smartphones, das sucht man in der Kindertagesstätte Arche am Lipper Weg erst einmal vergebens. Dafür hängen sprechende Wäscheklammern an den Wänden – neben selbst gebastelten Helden der Kindheit wie Batman, der hier aus einer alten Plastikflasche recycelt wurde und einen grauen Filzumhang trägt. „Batman ist ein Superheld“, sagt die Stimme des fünfjährigen Milan, wenn ein Finger den Sensor der sprechenden Klammer berührt. „Für uns kam die Ausschreibung für das Medienprojekt wie gerufen“, erklärt Renate Kovacs, Leiterin der Arche am Lipper Weg. Wir hatten vor drei Jahren drei Tablets geschenkt bekommen. Und eigentlich waren Kinder und Erzieherinnen damit erst einmal überfordert.“

Geld für ein Stativ und einen Sofortdrucker

46 Kinder in drei Gruppen werden in der Kita Arche der Diakonie betreut. Weil sie als inklusive Kita-Kinder mit und ohne Behinderung betreut werden, gibt es 13 Mitarbeiter. Neben den Erziehern gehören Heilpädagogen und Therapeuten zum Team. Mit dem Modellprojekt entstand ein neues Konzept für die Arbeit mit digitalen Medien. Neben der Begleitung der Kinder ist die Elternarbeit eine wichtige Säule. 900 Euro beträgt der finanzielle Zuschuss des Landes. Dafür wurden ein Stativ und ein Sofortdrucker angeschafft. „Die Kinder können jetzt sehen, wie ein Bild entsteht“, darum geht es der Erzieherin. Digital zu fotografieren und zu filmen ist insgesamt ein großes Thema in der Kita. Auf einem Tisch liegt eine ganze Batterie von kleinen Digitalkameras bereit. Alle wurden nach einem Spendenaufruf in der Arche abgegeben. „Atelierkamera“ steht auf einem der Aufkleber. Diesen kleinen Fotoapparat dürfen die Kinder jederzeit benutzen, um ihren Alltag aufzunehmen.

Auch bei allen Ausflügen ist die Digitalkamera dabei. Es sind immer die Kinder, die die Bilder machen. „So erkunden und gestalten sie ihre Lernwelt“, erklärt die Pädagogin. „Und wir erfahren, was ihnen wichtig ist.“ Manchmal ist eine Busfahrt zum Theater für den Nachwuchs spannender als das Stück. Beim Besuch der Feuerwehr übt die Rutschstange besondere Faszination aus – rauf und wieder runter bewegt sich die aus kindlicher Perspektive geführte Kamera. Nur beim Bearbeiten der Bilder und Schneiden der Videos helfen später Erzieherinnen und Erzieher. „Wir wollen nicht zum Medienkonsum erziehen, sondern zu Offenheit und selbstständigem Umgang“, erklärt Renate Kovacs.

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