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Geplanter Moscheebau der Yunus Emre Gemeinde.

Wurde der Rat "belogen"?

Moschee-Fläche gehört noch nicht der Gemeinde

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MARL - Die Unabhängige Bürgerpartei (UBP) fragt in der nächsten Ratssitzung, ob die Stadtverwaltung und die Yunus Emre Gemeinde die Öffentlichkeit über das Grundstück an der Sickingmühler Straße „belogen“ haben, auf dem die neue Moschee entstehen soll.

Die UBP hat sich die Eintragung für das Grundstück beim Katasteramt des Kreises zeigen lassen. Eigentümer ist danach nicht die türkisch-islamische Gemeinde, sondern die Uniper Kraftwerke GmbH, ein Ableger der E.ON. Die Kreisverwaltung bestätigt das. Bisher hatten Stadtverwaltung und Yunus Emre Gemeinde immer wieder öffentlich gesagt, das Grundstück an der Sickingmühler Straße gehöre der Gemeinde seit Jahren.

Im Grunde ist das auch so, erklärt Stadtsprecher Rainer Kohl auf Nachfrage: Es handele sich um einen Kauf unter Vorbehalt. Der Kaufvertrag trete erst in Kraft, wenn die Gemeinde ihre Moschee tatsächlich bauen kann – wenn also die Stadtverwaltung ihren Bauantrag genehmigt hat. Bis dahin bleiben die Uniper Kraftwerke als Eigentümer im Kataster eingetragen. So wollte die Gemeinde offenbar verhindern, dass sie viel Geld für das 8317 Quadratmeter große Ackerland zahlt und darauf dann doch nicht ihre Moschee bauen kann.

Warum aber hat die Stadtverwaltung dies niemals öffentlich gesagt? „Für uns als Verwaltung ist ein Kauf unter Vorbehalt ein völlig normaler Vorgang, der bei vielen Bauvorhaben praktiziert wird“, sagt Rainer Kohl dazu.

Allerdings ist die geplante Moschee kein normales Bauvorhaben. Wie berichtet, sammelt die Initiative „Wir sind Marler“ Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Damit kann sie zusätzliche Parkplätze rund um die Moschee verhindern. Die Bürger unterschreiben nämlich, dass sie gegen die Vergabe von Grundstücken der Stadt an die Türkisch-Islamische Gemeinde sind: Die Stadt Marl will ein benachbartes Grundstück an die Yunus Emre Gemeinde verkaufen oder verpachten, damit dort zusätzliche Parkplätze entstehen.

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