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Judith, die kleine Assistentin aus dem Publikum, zerschneidet das Seil, und Matthias Karlisch, Grundschullehrer aus Marl, fügt es auf wundersame Weise wieder zusammen.

Zauberprüfung bestanden

Drei Neue beim Magischen Zirkel Marl

HÜLS - Der Magische Zirkel Marl hat drei neue Zauberer hinzugewonnen. Im Studio von Jürgen Kuhlmann legten sie ihre Prüfung ab – mit Erfolg.

Zerschnittene Seile wachsen auf wundersame Weise wieder zusammen, ein alter Tisch schwebt durch die Luft, und das hoch verehrte Publikum staunt nur noch Bauklötze. Magisch ging es einmal mehr im Zauberstudio von Jürgen Kuhlmann zu. Das ehemalige Ladenlokal an der Römerstraße ist nicht nur eine beliebte Anlaufstelle für zauberbegeisterte Kinder, die dort Kindergeburtstag feiern, sondern zugleich auch das „Hauptquartier“ des Magischen Ortszirkels Marl.

Dessen Zauberer und das Publikum erlebten dort kürzlich eine echte Premiere. Gleich vier Hobbyzauberer legten im Zauberstudio ihre Prüfung zur Aufnahme in den Magischen Zirkel Deutschland ab. Dass gleich drei der vier Kandidaten Anwärter aus dem 1977 gegründeten Marler Ortszirkel sind, freut den Vorsitzenden Jürgen Kuhlmann (75), Marls bekanntesten Zauberer, ganz besonders: „Für unseren kleinen Ortszirkel und unsere 13 Mitglieder ist das eine ganz tolle Sache“, sagt er freudestrahlend.

Wer denkt, eine Zaubererprüfung ist eine gemütliche Kaffeefahrt, liegt vollkommen falsch. Während die ersten Gäste ihre Plätze im Zauberstudio einnehmen, sitzen die Kandidaten hinten in der Küche und absolvieren unter den gestrengen Augen von Uwe Schenk, Vorstandsmitglied im Magischen Zirkel Deutschland, die mündliche und schriftliche Prüfung.

Assistiert wird der erfahrene Prüfungsleiter von zwei auswärtigen Ortszirkel-Vorsitzenden, Astrid Gloria Irmer aus Köln und Michael Sondermeyer aus Münster. In der Prüfung geht es nicht nur um Fachbegriffe aus der Welt der Magie und um Zaubertricks. Auch in der jahrhundertelangen Geschichte der Zauberei müssen sich die Kandidaten gut auskennen.

Zauberkasten im Keller gefunden

„Ich habe dafür lange gebüffelt“, erzählt Frederik Pelster. Mit seinen gerade einmal 13 Lenzen ist der Gymnasiast aus Münster der jüngste Teilnehmer, der die Aufnahme in den Magischen Zirkel anstrebt. Frederik zaubert seit seinem sechsten Lebensjahr. „Ich fand im Keller einen alten Zauberkasten meines Vaters und war sofort begeistert“, sagt Frederik, dem die Aufregung vor der Prüfung nicht anzumerken ist. Nach dem theoretischen Teil hat jeder Prüfling die Gelegenheit, ein rund 15 Minuten langes Programm auf der kleinen Bühne des Zauberstudios zu präsentieren.

Mit von der Partie sind neben Frederik Pelster auch noch Alexander Wirth aus Borken, Florian Petzold aus Recklinghausen und der Marler Grundschullehrer Matthias Karlisch. Alle absolvieren ihren Auftritt mit großem Können – ob beim Seiltrick oder beim Vergrößern und Zusammenfügen von eisernen Ringen. Auch „Alex“ aus Borken ist der Beifall des Publikums gewiss, als er zwei Spielkarten aneinander reibt und plötzlich aus dem Nichts ein 10-Euro-Schein zum Vorschein kommt. Gast Ulrich Giese ist begeistert: „Den Alex nehmen wir immer mit, dann sind wir immer flüssig und nie pleite.“

Am Ende gibt es für die Prüflinge viel Applaus und nur noch strahlende Gesichter. Alle vier Kandidaten haben bestanden und sind nun ordentliche Mitglieder des Magischen Zirkels Deutschland – drei im Zirkel Marl und der 13-jährige Frederik im Münsteraner Ortszirkel.

Große Gala in Marl

Vom 13. bis 15. September wird das Marler Theater zum Mekka der Magier. Rund 400 Zauberer und Künstler aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland erwartet der Vorsitzende des ausrichtenden Magischen Zirkels Marl, Jürgen Kuhlmann, in Marl zu den Vorausscheidungen zur Deutschen Meisterschaft der Zauberkunst, die 2020 im bayerischen Fürstenfeldbruck stattfindet.

Qualifizieren können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der „Magica Marl“ unter anderem in den Sparten Illusion, Kinderzauberei, Salonmagie, allgemeine Zauberei, Comedy, Close up und Kartenzauberei. Auf zwei Bonbons während der zauberhaften Tage darf sich das Marler Publikum freuen. Am Freitag, 13. September, steigt um 23 Uhr im Marler Theater eine Mitternachtsshow. Sie wird von Helge Thun und Heiner Kondschak bestritten. Das Duo präsentiert sein zauberhaftes, musikalisches Comedy-Magic-Programm „Der Schöne und das Biest“. Helge Thun ist der einzige sprechende Deo-Roller der Welt und mehrfacher internationaler Preisträger der Zauberkunst. Sein großväterlicher Freund Heiner Kondschak, einziger tanzender Wischmob der Welt, spielt so viele Instrumente wie er lange Haare hat.

Einen Tag später, am Samstag, 14. September, findet im Marler Theater eine große Gala-Show mit vielen Stars aus der deutschen und internationalen Zauberer- und Magierszene statt. Beginn ist um 20 Uhr. Auftreten werden unter anderem Gaston, David Stone, das „Enfant terrible“ der französischen Zauberszene, Sabrina (Sandmalerei), Blub (Seifenblasen-Show), Jan Logemann und Maxim Maurice (Groß-Illusionen). Für beide Veranstaltungen gibt es noch Karten im i-Punkt, Marler Stern. Sie kosten für die rund einstündige Mitternachtsshow am 13. September 10 Euro und für die Gala-Show am 14. September 25 Euro.

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